UN-Truppen : Keine deutschen Soldaten für Darfur

Die Bundesregierung will sich nicht an der UN-Truppe im Sudan beteiligen. Die Bundeswehr habe keine Kapazitäten mehr, heißt es.

BerlinDie Bundeswehr wird bei der Entsendung von UN-Truppen in die sudanesische Krisenprovinz Darfur keine Rolle spielen. Für die Bundesregierung sei es nach dem Darfur-Beschluss des UN-Sicherheitsrats schwer vorstellbar, dass ein "noch größeres Kontingent" als bisher geplant in den Sudan geschickt werde, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg. Tatsächlich sind bereits Rund 200 Bundeswehr-Truppen an der zuletzt im Juni vom Bundestag verlängerten Friedensmission AMIS beteiligt. Sie leisten logistische Unterstützung im Bereich von Transport und Flug. Dieses Engagement solle aufrechterhalten werden, sagte Steg. Er verwies darauf, dass sowohl in Afghanistan wie auf dem Balkan deutsche Blauhelme im Einsatz seien.

Der UN-Sicherheitsrat hat die Entsendung von bis zu 26.000 Soldaten und Polizisten in den Westen Sudans beschlossen. Steg sagte, dass die Bundesregierung den Beschluss für einen "großen Fortschritt" halte. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) habe aber bereits Ende Juni bei einer Darfur-Konferenz in Paris darauf hingewiesen, dass Deutschland in Darfur "kaum mit eigenen Truppen dabei sein" werde. Sollten sich die Vereinten Nationen allerdings an die Bundesregierung wenden, dann müsse die Regierung "darüber diskutieren". Bei dem Konflikt im Sudan zwischen der Bevölkerung und arabischen Milizen sind seit Anfang 2003 mehr als 200.000 Menschen ums Leben gekommen. (mit AFP)