Unesco-Welterbe : 2000 Menschen demonstrieren gegen Waldschlösschenbrücke

In Dresden sind 2000 Bürger auf die Straße gegangen, die Alternativen zur geplanten Waldschlösschenbrücke fordern und einen Entzug des Welterbe-Titels der Unesco verhinden wollen.

DresdenRund 2000 Menschen haben am Abend vor der Dresdner Frauenkirche für den Erhalt des Unesco-Welterbetitels für das Dresdner Elbtal demonstriert. Es müsse die noch immer bestehende Chance genutzt werden, einen Kompromiss im Streit um den Bau der Waldschlösschenbrücke durch das Gebiet des Unesco-Welterbes zu suchen. Wegen des Brückenbaus, der nach Ansicht der Unesco das Elbtal an der sensibelsten Stelle verschandeln würde, droht die Aberkennung des 2004 verliehenen Titels für die Flusslandschaft. Alternativen könnten aus Sicht der Gegner der Waldschlösschenbrücke eine kleinere Elbquerung oder ein Tunnel sein.

"Gemeinsam mit der Unesco muss eine Lösung gefunden werden, die den Mobilitätsbedürfnissen der Dresdner Bevölkerung gerecht wird, ohne den Welterbestatus zu gefährden", hieß es in einer Erklärung "Erneuerter Ruf aus Dresden". Das Papier nimmt Bezug auf den "Ruf aus Dresden" aus dem Jahr 1990, mit dem der Wiederaufbau der Frauenkirche in Gang gebracht worden war.

"Immenser kultureller Ansehensverlust"

Die von der Initiative "Welterbe erhalten" vorbereitete Erklärung wurde unter anderen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (beide CDU) gesandt. Beide werden darin gebeten, sich für einen Kompromiss einzusetzen. "Verhindern Sie, dass ein etwaiger Brückenbau in bisher geplanter Gestalt der Bundesrepublik Deutschland immensen kulturellen Ansehensverlust und Schaden zufügt, das Dresdner Welterbe zerstört und tiefe Gräben innerhalb der Dresdner Bevölkerung auf Dauer betoniert."

Wegen des seit Jahren umstrittenen Bauprojekts hatte das Unesco-Welterbe-Komitee die Flusslandschaft 2006 auf die Rote Liste der gefährdeten Stätten gesetzt. Das Gremium stellte Deutschland Ende Juni eine Ultimatum, bis zum 1. Oktober Alternativen für die Waldschlösschenbrücke vorzulegen. Der geplante Baubeginn war kürzlich per Eilentscheidung des Dresdner Verwaltungsgerichtes aus Naturschutzgründen untersagt worden. (mit dpa)