Universität : „Lehrerstudenten getäuscht“

Die Kultusminister haben die Lehramtsstudierenden getäuscht – diesen Vorwurf erhebt die GEW. Der nur einjährige „Kleine Master“ werde nicht als Masterabschluss anerkannt.

Die Kultusminister haben die Lehramtsstudierenden getäuscht – diesen Vorwurf erhebt die GEW. Der nur einjährige „Kleine Master“ werde nicht als Masterabschluss anerkannt. Das werde die Kultusministerkonferenz (KMK) auf ihrer Sitzung am 14. und 15. Juni beschließen. Diejenigen Lehramtsstudierenden, für die nach dem Bachelor lediglich ein einjähriges Masterstudium vorgesehen ist, – zum Beispiel in Berlin sind das alle bis auf die angehenden Studienräte – sollen den Masterabschluss erst erhalten, wenn sie anschließend erfolgreich das Referendariat absolviert haben. Vor dem Referendariat, hätten Lehramtsabsolventen also nur einen Bachelorabschluss, denn ihr „kleiner Master“ würde nicht als Masterabschluss gelten. Rose-Marie Seggelke, die Vorsitzende der GEW Berlin sagte, dadurch, dass die KMK die Lehramtsstudierenden in diesem Punkt getäuscht habe, würden trotz des Lehrermangels in Zukunft weitere junge Leute davon abgeschreckt, Lehrer zu werden.

Hintergrund des zu erwartenden Beschlusses, auf dessen Grundlinien sich die KMK bereits im Februar geeinigt hatte, ist, dass in jedem Studium 300 Leistungspunkte erbracht sein müssen, damit ein Master erreicht ist. Die Lehramtsstudiengänge etwa in Berlin führen aber – bis auf den Studienrat – nur zu 240 Kreditpunkten. Berlin spart dadurch Kapazitäten an den Unis und vermeidet auch Aufstiege in höhere Besoldungsgruppen. Die fehlenden Leistungspunkte für den Master sollen deshalb aus dem Referendariat gewonnen werden. Anja Schillhaneck von den Berliner Grünen befürchtet nun sogar, dass Studierende bald überhaupt nur in den Lehrermaster gelassen werden könnten, wenn sie einen Platz im Referendariat vorweisen können. akü