UNTERM ADLER : Thorsten Metzner über Frauen, Fleiß und Feuerwehr

Brandenburgs Sozialdemokraten haben in der Platzeck-Regierung bekanntlich nur eine Ministerin. Und Dagmar Ziegler, zuständig für Gesundheit und Soziales, seilt sich ja im Herbst auch noch in den Bundestag ab. Dafür kümmern sich die Genossen um so intensiver um die Gleichberechtigung der Frau.

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Brandeilig. Schönbohm, Kaiser und Fritsch im Feuerwehrauto. Foto: Landtag

Diese Woche beriet das Kabinett einen Regierungsbericht zur „Umsetzung von GM-Anwendungsprojekten im Rahmen des Prozesses zur Integration des Prinzips und der Strategie von Geschlechtergerechtigkeit in alle Bereiche der Landesverwaltung“. Und daraus geht hervor, dass etwa Infrastrukturminister Reinold Dellmann auf „Gender Mainstreaming“ in „Planungsverfahren des Straßenbaus“ allergrößten Wert legt, um etwa „Gleichstellungsziele z.B. bei der Straßenführung und der Gestaltung der Straßen stärker als bisher zu berücksichtigen.“ Finanzminister Rainer Speer steht da nicht nach: Er verspricht eine „gendergerechte Vergabe kostenpflichtiger Parkplätze“ auf dem Potsdamer Regierungsgelände.

Straßburg ist weit, und was die Europaabgeordneten im EU-Parlament genau machen, weiß man in der Heimat oft nicht genau. Seit kurzem ist das anders. Es gibt nun die Homepage Votewatch.Eu, ein internationales Forschungsprojekt, bei dem der Wähler Aufschlussreiches über die Tätigkeit der EU-Parlamentarier erfährt: Danach ist unter Brandenburgs Vertretern die Grüne Elisabeth Schroedter die disziplinierteste: Sie hat an 95 Prozent der 2998 Plenarsitzungen dieser Legislaturperiode teilgenommen, gefolgt von Helmut Markov (Linke) mit 89,97 Prozent. Der Sozialdemokrat Norbert Glante kommt nur auf 85 Prozent. Schlusslicht ist der Christdemokrat und CDU-Landesschatzmeister Christian Ehler (75,5 Prozent).

Ein knallrotes Feuerwehrauto, blank geputzt, übt auf Männer eine magische Anziehungskraft aus. Das konnte man jetzt auf dem parlamentarischen Abend des Landesfeuerwehrverbandes im Landtag beobachten: Jörg Schönbohm, Christdemokrat und Innenminister, geriet vor einem Feuerwehr-Oldtimer ins Schwärmen – und fing an zu erzählen, welche Lastwagen und Panzer er in seiner Bundeswehrzeit gesteuert hatte. Derweil hatte sich Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD), der 1964 in einem Feuerwehr-LKW seinen Führerschein gemacht hatte, unbemerkt ans Steuer gesetzt und den Motor angelassen. Wahlkampf hin, Wahlkampf her – Sozi Fritsch, Unionsmann Schönbohm und die Linke-Oppositionsführerin Kerstin Kaiser machten eine traute Spritztour übers Gelände.

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