Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner über eine paddelnde Liberale und einen regionalpatriotischen CDU-Abgeordneten

Thorsten Metzner

Und es gibt doch etwas, worum andere Parteien in Brandenburg die kleine FDP beneiden, die seit 1994 nicht mehr im Landtag vertreten ist: Birgit Fischer, die erfolgreichste Kanutin aller Zeiten, ist bekennende Liberale. Jetzt ließ sich für einen Internet-Video-Clip (www.liberalesnetzwerk.de) interviewen, in einem Kanu versteht sich, im Hintergrund die symbolträchtige Glienicker Brücke. In der „Nahaufnahme“ bekennt die „Königin der Kanuten“ freimütig, was sie als „Königin von Deutschland“ – nun ja, nicht gerade dem FDP-Programm entnommen – anders machen würde: „Man muss die Bildung reformieren“, befindet die Mutter zweier Kinder, die in der Stadt Brandenburg/Havel lebt. Nötig seien deutschlandweit einheitliche Lehrpläne und gleiche Bildungsstandards an den Schulen. Sie sei selbst mehrfach über Ländergrenzen hinweg umgezogen. „Und die Standards in den Schulen sind einfach zu unterschiedlich.“ Fischer hat auch eine künstlerische Ader: Ab 11. Oktober ist im Potsdamer Truman-Haus der Naumann-Stiftung ihre Fotoausstellung „Mein Brandenburg“ mit Aufnahmen märkischer Landschaften zu sehen.

Dass SPD-Regierungschef Matthias Platzeck zur nächsten Landtagswahl 2009 als Kandidat in der Uckermark antreten will, hat in den Reihen der Christdemokraten einige auf die Palme gebracht. Insbesondere Generalsekretär Rolf Hilke wetterte gegen die „Placebo-Kandidatur“ Platzecks, von der sich die Uckermärker nicht blenden lassen sollten. Freilich, Alard von Arnim, der bodenständige CDU-Landtagsabgeordnete aus der schönen, aber armen Region im Nordosten Brandenburgs, sieht das völlig anders. „Alles, was diesen Landstrich im Positiven bekannter macht, ist gut“, sinnierte von Arnim. Das gelte für das Wochenendgrundstück von Kanzlerin Angela Merkel ebenso wie eben jetzt für Platzecks Kandidatur. Die könne dazu beitragen, dass einige Probleme in der Uckermark gelöst werden. „Wehklagen, Pessimismus bringt niemandem etwas.“ Aber vielleicht, sinnierte Alert dialektisch, müssten Parteimanager und Regionalpolitiker da „unterschiedliche Sichten“ haben.

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