Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner über kleine Teller, ein neues Gesetz und klare Ansagen

Thorsten Metzner

Das ist echte Fürsorge eines Dienstherren: Brandenburgs Innenstaatssekretär Hans-Jürgen Hohnen ist es schon seit längerem leid, dass die Kantine von Innenministerium und Polizeipräsidium in Potsdam immer noch so aussieht, als wäre die Mauer nicht vor 18 Jahren, sondern gestern gefallen. Jetzt sollte wenigstens das Geschirr erneuert werden. Doch als es eintraf, befand die Küchenchefin resolut: „Die Teller sind ja viel zu klein. Da passt ja nur der Nachtisch drauf.“ Jetzt werden größere Teller bestellt. Ungeachtet der Panne – der Personalrat findet das Kantinen-Engagement des Staatssekretärs vorbildlich.

Brandenburgs Landtag hat gerade das „Gesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens in der Öffentlichkeit“ beschlossen, das das Rauchen in Gaststätten und öffentlichen Gebäuden verbietet. Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) – dem bekennenden Raucher, fiel es in der Landtagssitzung erkennbar schwer, den Tagesordnungspunkt aufzurufen: „Wir kommen nun zu einem ,angenehmen’ Gesetz!“, sagte er sarkastisch. In kleiner Runde befand Fritsch: Bei der Unterschrift unter dieses Gesetz habe sich „sein Kugelschreiber gekrümmt“.

In Deutschland gibt es neben den Dänen und den Friesen eine dritte anerkannte nationale Minderheit: die rund 60 000 Sorben, die in Brandenburg und Sachsen leben. Brandenburgs Bündnisgrüne hatten sich deshalb jüngst an die Deutsche Bahn AG gewandt – mit der Forderung nach zusätzlichen sorbischen Ansagen in den Zügen. Das glasklare Nein, das dieser Tage von der DB Regio bei den Grünen einging, hatte folgende Begründung: „In der Vergangenheit wurden englische und später auch polnische Ansagen implementiert. Dies hatte zur Folge, dass sich viele Reisende gestört fühlten und extrem stark beschwerten“.

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