Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner über ministerielle Freizeit und einen Knall-Verweigerer

Thorsten Metzner

Das neue Jahr rückt näher, und mit Brandenburg scheint es wirklich aufwärts zu gehen. Ein gutes Barometer dafür ist das von Minister Rainer Speer (SPD) sonst straff geführte Finanzministerium. Dieser Tage versuchte man es jedoch vergeblich zu erreichen – es hatte vom Minister bis zum letzten Mitarbeiter kollektiv frei. Wie es sich gehört, hatte man andere Häuser der Landesregierung in einer Rundmail vorsorglich darüber informiert, „dass das MdF in der Zeit zwischen den Feiertagen, im Zeitraum vom 24. Dezember 2009 bis zum 1. Januar 2008, geschlossen ist.“ Man wünsche einen „guten Rutsch“. Wenn das Land 2007 zum ersten Mal seit 17 Jahren keine neuen Schulden machen muss, weil die Steuereinnahmen erfreulich sprudeln, kann das Geld-Ministerium offensichtlich schon mal blaumachen. Allerdings, einen Haken gibt es noch: Der neue Präsident des Landesrechnungshofes, Thomas Apelt, hatte kürzlich bei seinem Amtsantritt gemahnt, dass das Finanzministerium viel zu lange für die Jahresabschlüsse brauche.

Auf Silvester freut sich auch Innenminister Jörg Schönbohm (CDU), der bekanntlich durch und durch ein Familienmensch ist. Er will wieder mit seiner Frau Eveline in seinem Kleinmachnower Haus ins neue Jahr 2008 hineinfeiern, das für ihn politisch wichtig wird: Er wird den Vorsitz der Innenministerkonferenz übernehmen. Angesagt haben sich bei Schönbohms auch zwei seiner drei Kinder, die mit drei Enkeln anreisen. „Sie wollen Silvester unbedingt knallen“, erzählte Jörg Schönbohm jetzt fröhlich. „Und ich soll unbedingt mitknallen.“ Doch er, sonst ganz der liebevoller Großvater, will in dieser Hinsicht eisern bei seinem Nein bleiben. Die Begründung des früheren Bundeswehrgenerals: „Ich habe genug geknallt in meinem Leben. Wenn ich noch etwas knallen lasse, dann sind es höchstens Sektkorken.“

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