Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner freut sich darüber, dass in der Mark nichts unmöglich ist

Thorsten Metzner

Manches ist verhext. Das mag sich Ravindra Guijula gedacht haben, der in Indien geborene, in Altlandsberg lebende SPD-Abgeordnete und Arzt. Dass die Schreibweise seines Namens für manche eine Krux ist, so dass zig Variationen herauskommen, daran hat er sich mittlerweile gewöhnt. Aber eine Einladung vom Vorstand der AOK, mit der er seit langem zusammenarbeitet, verblüffte ihn doch: Sie war an „Frau“ Guijula adressiert. Die SPD-Geschäftsstelle im Landtag will sie jetzt mit dem Hinweis zurückschicken: „Nichts ist unmöglich." Das erfuhr Guijula jetzt auch privat: Vor der Altlandsberger Arztpraxis rammte ein PKW seinen Wagen von hinten, ein Blechschaden. Guijula fuhr in die Werkstatt, die alles begutachtete und fotografierte. Doch als er vom Werkstatthof fuhr, rammte ihn erneut ein Wagen, diesmal in die Seite, was die Versicherungsfrage – welche Beule kam von welchem Crash – richtig knifflig macht.

Die Nachbereitung der Kommunalwahlen brachte einige überraschende Ein- und Ausblicke: So verkündete CDU-Vizelandeschefin Barbara Richstein stolz, dass sie am Sonntag nicht nur in den Havelland-Kreistag gewählt wurde. Vorher war die 43-Jährige schnell noch den Berlin-Marathon gelaufen, in 4:07:17 Stunden. Sie schlug damit die SPD-Landtagsabgeordnete Martina Münch, die es in 4:27:45 Stunden geschafft hatte. Die erneut ins Potsdamer Stadtparlament gewählte SPD-Abgeordnete Klara Geywitz wiederum entdeckte bei der Wahlanalyse, dass in der einstigen Preußenresidenz fünf Adlige kandidiert hatten: Aber alle Freiherren, Barone und Grafen waren gescheitert. Dafür wurde der 32-jährigen Geywitz, die Vizechefin der SPD-Landtagsfraktion und der Landespartei ist, jetzt eine steile Karriere prophezeit: Das Wirtschaftsmagazin „Capital“ kürte sie zur neuen „Hoffnung aus Ostdeutschland“, die „erste ostdeutsche Ministerpräsidentin werden könnte.“ Na dann: Zeit wird’s.

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