Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Michael Mara

über finnische Orden und afrikanische Ziehsöhne Seit dem Finnland-Besuch von Ministerpräsident Matthias Platzeck setzt die SPD auf das „finnische Erfolgsmodell“ fürs künftige Brandenburg. Platzeck ließ jetzt seinen Reisebericht an die Genossen mailen: Was Brandenburg vom Pisa-Studien-Musterschüler Finnland lernen kann. Die CDU ist neidisch, hat sie doch wenig entgegenzusetzen. Jetzt konterte CDU-Landeschef Jörg Schönbohm, dass er Träger des höchsten finnischen Ordens sei, der an Ausländer verliehen wird. Wie das? Der einstige Bundeswehr-General und NVA-Auflöser bekam den Orden in den Neunzigern als Dankeschön, weil er den Finnen nach der modernisiertes Kriegsgerät der NVA verschaffte. Schönbohm: „Ab morgen trage ich den Orden.“

Gegen Multikulti zieht Innenminister Jörg Schönbohm gern zu Felde. Auf dem Sommerempfang der Handwerkskammer erteilte dem Brandenburger CDU-Chef ausgerechnet ein parteinaher Unternehmer eine dezente Lektion: „Ich muss Ihnen meinen Ziehsohn Josef vorstellen.“ Ein stämmiger schwarzer Hüne aus Togo grüßte Schönbohm freundlich. Leider habe er, so der Unternehmer, „mit der Ausländerbehörde in Luckenwalde nur Schwierigkeiten gehabt“. Obwohl er sich für Josef verbürgen wollte, sei die Einbürgerung nicht vorangekommen. „Deshalb haben wir Josef nach Berlin umgemeldet, dort klappte es problemlos“, so der Unternehmer. „Josef ist jetzt Deutscher.“

Als vor geraumer Zeit Grünen-Landeschef Joachim Gessinger den Landtag als „Schnarchladen“ bezeichnete, war die Empörung bei der CDU groß. Doch deren Fraktion hat Schläfer in ihren eigenen Reihen. Freunde machten die SPD-Abgeordnete Esther Schröder darauf aufmerksam, dass ihr CDU-Gegenkandidat im Lausitzer Wahlkreis Ingo Senftleben während der letzten Landtagssitzung selig schlummerte – was das RBB-Fernsehen live übertrug. Schröder überlegt nun, ob sie Senftleben zur nächsten Landtagssitzung ein Schnarchkissen schenkt.

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