Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Michael Mara

fragt sich, warum Abgeordnete so oft telefonieren Andere (Bundes-)Länder, andere Sitten: Als jetzt SPD-Abgeordnete und -Minister den sächsischen Landtag besuchten, waren sie überrascht: Auf den dortigen Regierungsbänken sind keine Telefone installiert. Die Dresdner Landtagsverwaltung bestätigte, dass die Minister während der Plenarsitzungen nicht telefonieren dürfen. Auch Handys sind verboten. Anders in Brandenburg: Der Ministerpräsident und die Minister telefonieren während der Landtagssitzungen gern und oft. „Während langweilige Reden vom Blatt gelesen werden, kläre ich telefonisch wichtige Dinge“, sagt ein Minister, der aber nicht genannt werden möchte. Vielleicht geht es im Dresdner Landtag ja wirklich spannender zu. In Potsdam jedenfalls schleppen sich die Sitzungen meist müde dahin. Woran die Minister freilich nicht ganz unschuldig sind.

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Waren es Frühlingsgefühle? Oder Einsicht in politische Notwendigkeiten? Bisher mochten sich CDU- Generalsekretär Sven Petke und SPD-Landesgeschäftsführer Klaus Ness gar nicht. Aber jüngst haben sich die langjährigen politischen Kontrahenten, die sich oft gegenseitig aufs Korn nahmen, erstmals zum ausführlichen Vier-Augen-Plausch getroffen. Im „Cafe Arco“ am Nauener Tor in Potsdam. Typisch: Beide behaupten, der jeweils andere habe die Initiative ergriffen. Immerhin ging es um brisante Fragen wie die Zusammenarbeit in Brandenburg (Havel) und Frankfurt (Oder), wo es zwischen CDU und SPD nicht klappt und deshalbBündnisse des einen oder anderen mit der PDS drohen. Was herauskam, will keiner verraten. Immerhin scheint das Feindbild revidiert worden zu sein: Man habe gut miteinander reden können. Deshalb will man sich wieder treffen.

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