Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Michael Mara,Thorsten Metzner

über Zigarettenqualm und Gesundheitstraining in Brandenburger Amtsstuben Rauchende Abgeordnete haben in Brandenburg einen mächtigen Verbündeten: Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD). Der Kettenraucher ließ Christoph Schulze, den parlamentarischen SPD-Geschäftsführer, abblitzen. Schulze hatte sich offiziell erkundigt, wann das auf SPD-Initiative am 14. April vom Landtag als Gesetz beschlossene „Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden des Landes Brandenburg“ endlich im Landtagsgebäude selbst gelte. Prompt beschied ihm Fritsch in einem mit juristischen Vokabeln gespickten Schreiben, dass das Gesetz „keine Bindungswirkung für den Präsidenten des Landtages“ habe. Er habe in der Hausordnung geregelt, dass das Rauchen in Plenarsaal, Cafeteria oder Kantine nicht gestattet sei. Was das Rauchen in Fraktions-Räumen angehe, so hätten diese ein „Recht auf eigenständige Organisation des fraktionsinternen Willensbildungsprozesses“. Seine Neutralitätspflicht gebiete ihm „größtmögliche Zurückhaltung.“

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Platzecks Staatskanzleichef Clemens Appel, früher Staatssekretär im Gesundheitsministerium, liegt das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter am Herzen: Der „Tag der Gesundheit“, den Appel jetzt veranstaltete, bekam von der Belegschaft jedenfalls Bestnoten. Die vom vielen Sitzen verspannten Beamten durften während der Arbeitszeit „Wirbelsäulengymnastik“ und „Nackenschule“ ausprobieren, sich massieren lassen, einen Fahrrad-Parcours absolvieren und Mineralwasser testen. Die Gesundheitsangebote sollen nach dem Schnuppertag jetzt regelmäßig angeboten werden – allerdings nach der Dienstzeit. Schließlich seien zufriedene Mitarbeiter weniger krank und mehr motiviert, meint Appel.

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