Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner

über den politischen Instinkt nicht nur bei Hunden CDU-Landeschef Jörg Schönbohm hat derzeit viel einzustecken wegen seiner Proletarisierungs-These, die viele Brandenburger auf die Palme brachte. Trotzdem will sich Jörg Schönbohm im Wahlkampf nicht verstecken. Es bleibe bei den geplanten Auftritten, heißt es aus der CDU-Zentrale. „Wir werden in den kommenden Wochen auf den Straßen und Plätzen unseres Landes volle Präsenz zeigen“, kündigt Schönbohm in einem Brief an Parteimitglieder und Sympathisanten an. Darin bittet der Landesvorsitzende auch um Wahlkampfspenden für die Unionskasse. Er wisse, „dass das Geld nach dem Urlaub knapp ist“, schreibt Schönbohm. Doch sei jeder Euro für den Wahlkampf eine Investition in eine erfolgreiche Zukunft. Damit nach dem 18. September eine stabile und verlässliche Bundesregierung unter Führung von Angela Merkel gebildet werde, könne „jeder mithelfen“. Freilich ist der Unmut auch in den eigenen Reihen über Schönbohms umstrittene Thesen nach wie vor groß. „Das kostet uns am 18. September einige Prozente“, prophezeien führende Christdemokraten. „Kein anderer hätte sich so etwas ungestraft erlauben dürfen.“

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Die Sommerpause ist zu Ende. Der Landtag könnte nun über eine Hunde-Kita nachdenken. Denn immer mehr Abgeordnete legen sich einen Vierbeiner zu – so wie jetzt der junge PDS-Politiker Torsten Krause einen aufgeweckten Jack-Russel: Zwar hat sich Nelson, so heißt er, noch nicht mit Felix, dem quirligen Jack-Russel der CDU-Abgeordneten Barbara Richstein bekannt gemacht. Krause ist gleichwohl überzeugt, dass die beiden Hunde sich mal treffen – und trotz der politischen Differenzen ihrer Halter gut miteinander klar kommen werden. „Nelson geht auf jeden zu, versteht sich mit jedem Hund, egal ob groß oder klein.“ Allerdings seien, wenn auch sehr, sehr selten, Ausnahmen möglich. So habe er seine Zweifel, ob sein Nelson auch mit dem Dackel von PDS-Fraktionsvize Heinz Vietze harmonieren würde. „Es ist bei Hunden ja auch nicht anders als bei Menschen.“

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