Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner

Es ist eine sehr ruhige Potsdamer Gegend, abseits gelegen, nahe dem Neuen Garten. Nach Einbruch der Dunkelheit ist dort kaum jemand unterwegs. Am Donnerstag gab es um das Restaurant „Am Pfingstberg“ in der Nähe des Belvedere zu später Stunde auffällige Aktivität. Vor der einsamen Kulisse des Winterwaldes fuhren Funkstreifenwagen hin und her, spazierten Polizisten auf und ab. Dann fuhr eine schwarze Limousine vor, Matthias Platzeck eilte in das gutbürgerliche Restaurant. Bald folgte die nächste dunkle Limousine, Angela Merkel stieg aus. Die Kanzlerin und der SPD-Vorsitzende saßen „bis Mitternacht, vertieft in eine sehr angeregte und entspannte Konversation“, so ein Augenzeuge. Haben die beiden einen Kompromiss zur Familienförderung ausgehandelt? Platzeck, auf das diskrete Treffen angesprochen, hält sich bedeckt. „Ich sage nur so viel: Es war ein sehr gutes Gespräch.“

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Parteifreunde der SPD wunderten sich, als sie das Foto vom Neujahrsempfang der Brandenburger CDU sahen. Der Mann, der prominent hinter Altkanzler Helmut Kohl saß, war ihr Genosse Lothar Koch. Der SPD-Landrat von Potsdam-Mittelmark war der einzige prominente Sozialdemokrat, den es zum Kohl-Auftritt im Potsdamer Nikolaisaal gezogen hatte. Es sei „selbstverständlich“, dass er eine solche Einladung wahrnehme, sagte Koch. „Das gehört zur politischen Kultur.“ Zudem regiere in seinem Kreis eine große Koalition. „Kohl live“ sei sehr überzeugend, befand der Landrat und zeigte sich sogar nachsichtig, dass Kohl kräftig gegen die SPD austeilte.

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