Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner

Am Ende löst sich alles in Wohlgefallen auf: Eike Lancelle, Innen-Staatssekretär, wird Ende März in den Ruhestand gehen. Und Staatskanzleichef Clemens Appel (SPD) zeigt sich großzügig: Lancelle, der das Ministerium seit 1999 straff führte, wird nun doch mit einem Empfang im „Brandenburg-Saal“ der Staatskanzlei verabschiedet. Frühere protokollarische Bedenken der Staatskanzlei sind ausgeräumt. Dass ein Amtschef in Brandenburg regulär in den Ruhestand geht, ist ja auch ein Novum: Bislang räumten Staatssekretäre fast immer vorzeitig ihre Posten, wenn ihr Minister wechselte – nach einer Wahl, meistens aber wegen einer Affäre.

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Matthias Platzeck, dem Ministerpräsidenten und SPD-Bundesvorsitzenden, bläst zurzeit der Wind ins Gesicht. Jetzt ist auch noch sein Markenzeichen in die Kritik geraten. Das Männer-Lifestyle-Magazin „GQ“ nimmt Anstoß an Platzecks Fünf-TageBart mit Schnauzer: „Eine Kombination verschiedener Formen wirkt immer unentschlossen oder gar ungepflegt.“ Stattdessen plädieren die Stil-Experten des Magazins für den „neuen Vollbart“. Dieser stehe für „Sozialisten-Chic“, für „Coolness mit Herz“, könne gar ein Zeichen für „gesellschaftlichen Klimawechsel“ sein. Freilich, die Vollbart-Phase hat Platzeck lange hinter sich.

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