Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner

Infrastrukturminister Frank Szymanski (SPD) musste sich für eine Panne entschuldigen: Ein Architekt aus der Uckermark hatte an das Ministerium per E-Mail Anregungen für Verbesserungen der Bauordnung geschickt. Das war im August 2005. Seitdem wartete der Mann auf eine Antwort. Im Januar 2006 kam eine „Zwischeninformation“, nämlich die Bitte um „noch etwas Geduld“. Wieder passierte nichts. Erst als der Mann noch nicht aufgeben wollte, sondern die Liste seiner unbeantworteten E-Mails an den Landtag schickte, wachte das Ministerium auf – und leistete Mitte März Abbitte: Schuld sei „eine Verquickung unglücklicher Umstände“ gewesen.

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Auch die Brandenburger Politik hat ihre Handicaps mit Geschwindigkeiten: So brauchte das Innenministerium letzten Montag einige Stunden, ehe es den angeblichen Millionenauftrag für die frühere Firma von CDU-Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns zur Ausstattung von Polizeiwagen als Ente dementierte. Kein Wunder, dass in der Zwischenzeit die Spekulationen ins Kraut geschossen waren. Dass es schneller gehen kann, bewies das Ressort nach dem Gerichtsentscheid für den Großflughafen Schönefeld. Da ging die Stellungnahme von Innenminister Jörg Schönbohm (CDU), obwohl der in Florida urlaubt, schon nach zwanzig Minuten. Schneller war nur SPD-Fraktionschef Günter Baaske. Dafür wurde aus seiner Ankündigung, dass die SPD eine aktuelle Stunde zum Thema anmelden wird, nichts. Die CDU-Fraktion hatte mit ihrer Mitteilung gewartet – und in der Zeit die aktuelle Stunde zum Flughafen für die Union reserviert.

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CDU-Generalsekretär Sven Petke sähe die Union gern etwas sozialer. So überraschte er kürzlich seine Parteifreunde mit dem Vorstoß, den Rechtsanspruch auf Kita-Betreuung in Brandenburg auszuweiten. Auch Petke bastelt an einem softeren Image: Jedenfalls besucht Petke neuerdings statt Polizeiwachen meistens Kindertagesstätten, wie vor ein paar Tagen die Kita „Schatzkiste“ in Woltersdorf. Dort beeindruckte ihn am meisten die „Waldgruppe“. Die Kinder verbringen auch bei Minusgraden den Tag in der Natur, sind abgehärteter, gesünder, ausgeglichener. Petke fror jämmerlich, während die Kleinen herumtobten, meinte aber hinterher: „Das könnte manchem in der CDU gut tun: Das Beisammensein draußen fördert den Zusammenhalt.“

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