Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Michael Mara

Insider sprechen von einem „Pannenstart“ des neuen zentralen Fahrdienstes der Landesregierung. Um Kosten zu sparen, sind die Fuhrparks der einzelnen Ministerien schon seit 1. Januar aufgelöst und in den Landesbetrieb Bauen und Liegenschaften (BLB) eingegliedert worden. Der dem Finanzministerium unterstehende BLB hatte allerdings erhebliche Koordinierungsschwierigkeiten. So wird berichtet, dass Fahrer bereits getanktes Benzin nicht bezahlen konnten, weil die Karten gesperrt waren – offenbar wegen nicht bezahlter Rechnungen. „Die Fahrer mussten ausgelöst werden.“

Auch bei der Bereitstellung von Fahrzeugen kam es zu erheblichen Problemen, berichten Betroffene. Jetzt soll alles besser werden, verspricht der Landesbetrieb: Im Fahrzeugpool seien „organisatorische Veränderungen“ vorgenommen worden, das Fahrzeugmanagement habe einen neuen Leiter und werde mit Computern arbeiten.

Das umständliche, oft auch unfreundliche Amtsdeutsch gilt allgemein als Ärgernis. Umso größer ist die Aufmerksamkeit, die ein von dem Berliner „Korrespondenztrainer“ Steffen Walter für die Mitarbeiter des Landkreises Oder-Spree verfasster „Leitfaden“ für den Schriftverkehr findet. Medien berichten ausführlich über das 30-seitige Werk, das in seiner Art ein Novum in Brandenburg darstellt.

Auch die Potsdamer Staatskanzlei zeigt Interesse und hat Kontakt mit Walter aufgenommen, der bundesweit Seminare über einen zeitgemäßen, freundlichen und serviceorientierten Schreibstil abhält. Die Landesregierung sei daran interessiert, dass er sein Projekt vorstelle, sagt Steffen Walter, der sich über die große Resonanz freut. „Wir haben schließlich überall das gleiche Problem.“

Nachholbedarf sieht der Berliner Korrespondenztrainer aber nicht nur in den staatlichen Verwaltungen, sondern auch in der freien Wirtschaft: „Es gibt immer noch Bedienungsanleitungen, die kein Mensch versteht.“

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