Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Michael Mara

Manche haben sich etwas gewundert: Auf der Einladung „an alle Brandenburgerinnen und Brandenburger“ zum 10. Brandenburg-Tag in Forst war zu lesen: „Matthias Platzeck lädt sie ein!“ Und es grüßte sie „herzlichst Ihr Matthias Platzeck“. Kein Hinweis darauf, dass der Ministerpräsident der Einladende für das Landesfest ist. Manche in der CDU und PDS sahen darin „Anzeichen von Personenkult“: Der Brandenburg-Tag sei ja kein „Privat-Fest“ von Matthias Platzeck. Der ist wieder ständig im Land unterwegs. Bundespolitisch nimmt man ihn dagegen seit seinem Rücktritt als SPD-Vorsitzender kaum mehr wahr, was nicht nur manche seiner Genossen bedauern. Um so präsenter war CDU-Chef Jörg Schönbohm, was nicht allen in seiner krisengeschüttelten Partei gefiel. Doch Schönbohm konterte trocken: „Nachdem es Matthias Platzeck bundespolitisch nicht mehr gibt, können wir froh sein, dass sich noch andere zu Wort melden.“

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Noch ist Infrastrukturminister Frank Szymanski nicht zum Oberbürgermeister von Cottbus gewählt worden, doch wird in Potsdam eifrig über Nachfolger spekuliert. Hartnäckig hält sich das Gerücht, Platzeck könnte Staatskanzlei-Chef Clemens Appel zum Minister machen, der in dem Ministerium einige Jahre Staatssekretär war. Doch Appel verriet in kleiner Runde: „Der Ministerpräsident weiß: Es gibt etwas, was ich in dieser Regierung auf keinen Fall werden will: Minister.“ Er habe als Chef der Staatskanzlei einen Traumjob, der ihm liege und Spaß mache. Insider sind sowieso überzeugt, dass Platzeck die Nachfolge-Suche erspart bleibt, weil sein Gegenkandidat Holger Kelch (CDU) die besseren Chancen habe. Kelch selbst argumentiert geschickt: „Am besten wäre es, Szymanski bleibt Verkehrsminister und ich werde Oberbürgermeister, dann können wir beide für unsere Stadt das Beste herausholen.“

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