Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner

Wie das Leben so spielt: In der Brandenburger CDU gelten Wissenschaftsministerin Johanna Wanka und Ex-Generalsekretär Sven Petke als Gegner, nicht erst seit der E-Mail-Affäre. Bekanntlich unterstützt Wanka auch Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns im CDU-Duell mit Petke um den Parteivorsitz. Jenseits offizieller Termine geht man sich aus dem Weg. Da Potsdam aber ein „Dorf“ ist, kam es jetzt trotzdem zu einer Begegnung der anderen Art. Sie habe sich gerade in einem Salon im Holländischen Viertel die Haare zurechtmachen lassen, berichtete Wanka in kleiner Parteirunde. Als sich der Friseur nach ihrem Befinden erkundigte, habe sie geantwortet: Im Ministerium laufe es gut, in der Partei bekanntlich ja nicht so. Apropos Partei, hakte der Friseur ein, „gleich kommt übrigens Herr Petke, der hat in Kürze einen Termin.“ Schrecksekunde, Wanka trug es mit Fassung. Einzelheiten des direkten Zusammentreffens sind leider nicht überliefert. Petke, darauf angesprochen, will die Ministerin nicht gesehen haben. Beide haben übrigens nicht vor, den Friseur zu wechseln.

Er ist, in dieser Hinsicht zumindest, ein Pechvogel: Dietmar Woidke, Brandenburgs Agrar- und Umweltminister, wollte auf der Landesjägerschule unbedingt den Jagdschein machen. In der Theorie ist er auch bereits ein absoluter Spitzen-Jäger, nur durch die Schießprüfung ist er schon zwei Mal durchgefallen. Die laufenden Keiler seien irgendwie viel zu schnell, hatte der Sozialdemokrat schon beim letzten Fehlschuss im Frühsommer messerscharf analysiert. Außerdem gebe es im Land die bundesweit strengsten Schießprüfungen. Nun braucht, wer den Schaden hat, für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen: Abgeordnete foppten Woidke, er hätte lieber mit einer Panzerfaust trainieren sollen, oder mit einer Schrottflinte, da sei die Streuung größer. Jedenfalls hat Woidke sein ehrgeiziges Projekt des „grünen Abiturs“, wie der Jagdschein auch genannt wird, aufgegeben, wie er jetzt verkündete. Vielleicht versucht er es einfach mit Angeln. Dafür braucht man neuerdings in Brandenburg, das hat der Minister selbst entschieden, keine Prüfung mehr abzulegen.

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