Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner

Brandenburgs CDU-Kulturministerin hatte angekündigt, auf ihrer letzten Pressekonferenz im alten Jahr Selbstgebackenes zu servieren, was sie zum Leidwesen der Medienvertreter aber nicht einlöste. Als sie die enttäuschten Gesichter sah, gestand die offenherzige Politikerin: „Das ist ja wirklich fatal.“ Sie habe nach den schlemmerreichen Weihnachtstagen „keine Lust“ zum Backen gehabt. Prompt versprach Wanka, das im nächsten Jahr wettzumachen: Sie werde „Kartoffelkuchen“ mitbringen. „Das ist mein Erfolgsrezept.“ Offen ist noch, ob es die bislang von ihr bevorzugte sächsische Version sein wird oder die brandenburgische. Die Frage, ob sächsischer oder brandenburgischer Kartoffelkuchen besser mundet, beantwortete sie, typisch Politiker, diplomatisch: „Beide schmecken sehr gut.“

Mit gemischten Gefühlen sieht Erardo Rautenberg dem neuen Jahr entgegen: Er wird dienstältester deutscher Generalstaatsanwalt. Dem obliegt es, alte Kollegen zu verabschieden, neue zu begrüßen oder den Dank an die Veranstalter der Jahrestreffen zu richten. Wenn Justizministerin Beate Blechinger (CDU) auch noch ihre Ankündigung durchsetzt, dass Generalstaatsanwälte in Brandenburg nicht mehr „politische“ und damit jederzeit in den Ruhestand versetzbare Beamte sein sollen, wird Rautenberg noch elf lange Jahre bis zu seiner Pensionierung der Doyen der deutschen Generalstaatsanwälte sein. Dabei gilt der gebürtige Argentinier nicht als Freund protokollarischer Rituale, so dass er in kleiner Runde stöhnte: „Davor könnten mich jetzt nur noch Sven Petke und Barbara Richstein bewahren.“ Eine Anspielung darauf, dass dem jetzt an die Parteispitze drängenden früheren CDU-Generalsekretär Petke und der Ex-Justizministerin Richstein der Generalstaatsanwalt mit SPD-Parteibuch ein Dorn im Auge war.

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