Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Michael Mara

Die CDU-Vorsitzende Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt dabei: Sie wird trotz des unappetitlichen Machtkampfes in Brandenburgs CDU am 27. Januar zum Parteitag nach Frankfurt (Oder) kommen – schon dem scheidenden Vorsitzenden Jörg Schönbohm zuliebe, dem sie für seine Arbeit danken will. Die Auseinandersetzungen zwischen den zerstrittenen Lagern der beiden Bewerber um Schönbohms Nachfolge aber will sie sich sparen: Merkel kommt früh, wird vor der Wahl wieder entschwinden und auch keine Empfehlung für einen der Kandidaten geben – obwohl sie Ulrich Junghanns bevorzugen soll, den sie aus früheren Bundestagszeiten kennt. Aber sie dürfte dem Landesverband ins Gewissen reden, nicht in alte Intrigenzeiten zurückzufallen. Die kennt Merkel aus eigenem Erleben: 1991 ließen Brandenburgs Christdemokraten sie mit ihrer Bewerbung für den Vorsitz durchfallen.

Nicht nur das Medieninteresse am Brandenburger CDU-Parteitag ist groß wie nie. Auch der Koalitionspartner SPD zeigt großes Interesse. Zum Beispiel würde Generalsekretär Klaus Ness, wie er Journalisten verriet, am liebsten selbst nach Frankfurt (Oder) fahren. Doch das sei leider nicht üblich – „auch der damalige CDU-Generalsekretär Sven Petke kam nicht zu unseren Parteitagen“. So hofft Ness, dass wenigstens eine Live-Fernsehübertragung zustande kommt. Sein Vorschlag: Die Union möge wegen des großen Interesses doch versuchen, den Informationskanal Phönix zu gewinnen. Für den Fall, dass dieser kein Interesse zeigen sollte, hat Ness angesichts des „CDU-Intrigantenstadls“ einen anderen Tipp: Die CDU solle es beim neuen Comedy-Fernsehkanal versuchen: „Der Unterhaltungswert des Parteitages wird bestimmt sehr hoch sein“. Leider startet der Comedy-Kanal erst im Februar.

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