Der Tagesspiegel : UNTERM ADLER

Michael Mara

Will man zu hoch hinaus, kann das auch schief gehen: Diese Erfahrung musste Finanzminister Rainer Speer (SPD) machen. Beim Barfußtraining an einer Kletterwand hat er sich einen Zeh gebrochen. So mancher Landesbedienstete macht aus seiner Schadenfreude keinen Hehl, hat Speer sich doch als Sparer in der Landesverwaltung unbeliebt gemacht. Für Ärger sorgt auch, dass 10 000 Angestellte des Landes weiter auf Nachzahlungen zum Weihnachtsgeld warten. Insgesamt 2,76 Millionen Euro hätten schon im Dezember überwiesen werden müssen: Das Finanzministerium hatte damals übersehen, dass den Angestellten ein Ausgleich beim gekürzten Weihnachtsgeld zusteht. So ist nicht nur der Zeh des Ministers, sondern auch sein Ruf „angeknackst“.

Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) konnte sich am Sonnabend auf dem Landesjägertag in Prenzlau strahlend feiern lassen: Im dritten Anlauf hat er nach rund zwei Jahren doch noch die Jägerprüfung bestanden, so dass die Waidmänner ihn zünftig in ihrem Kreis aufnehmen konnten. Der 45-Jährige war zweimal bei den Schießprüfungen durchgefallen und klagte danach, die „laufenden Keiler“ seien viel zu schnell und die Prüfungen bundesweit die strengsten. Was ihn dann doch zu einem weiteren Anlauf bewogen hat, ist nicht bekannt. Auch wenn die strenge Prüfungsordnung für den Jagdschein jetzt überarbeitet wird, versichert man im Umfeld des Ministers, dass bei Woidkes dritter Prüfung kein Auge zugedrückt wurde: „Der Minister hat beim Schießen die erforderliche Punktzahl erreicht.“

Brandenburger Christdemokraten zeigten sich überrascht: Der frühere SPD-Landeschef, Bildungsminister von Brandenburg und heutige Bundestagsabgeordnete Steffen Reiche outete sich in der Zeitschrift „Die politische Meinung“ als Befürworter der Großen Koalition im Bund: „Ich halte sie für einen Segen für die Republik, weil ich glaube, dass wir in diesem Miteinander mehr und besser arbeiten“, so Reiche. Die Koalition sei eine große Lerngemeinschaft, in der beide von einander lernten und sich zum Wohle der Republik veränderten. In Brandenburg sei Reiche eher jemand gewesen, der den Konflikt in der Großen Koalition gesucht und mit Rot-Rot geliebäugelt hätte, kommentieren Potsdamer Christdemokraten. „Aber es kann nur gut sein, wenn er in Berlin dazulernt.“

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