Der Tagesspiegel : Unterstüzung für Olympia in Berlin

Michael Mara

Brandenburg begrüßt die Olympia-Bewerbung Berlins, auf die sich SPD und PDS in der Hauptstadt am Freitag im Rahmen ihrer Koalitionsverhandlungen verständigt haben. Sportminister Steffen Reiche (SPD) sagte dem Tagesspiegel, der Schritt eröffne Chancen für die Gesamtregion. Man werde deshalb die Bewerbung Berlins um die Olympischen Sommerspiele 2012 unterstützen. Neben dem Koalitionspartner CDU äußerte sich auch PDS-Fraktionschef Lothar Bisky positiv.

Reiche hob hervor, dass sich, sollte es zu Olympischen Spielen in Berlin kommen, ein halbes Dutzend Wettkampfstätten in Brandenburg befinden werde. "Wir halten mit Berlin in dieser Frage engen Kontakt und drücken beide Daumen, dass es klappt." Er sei überzeugt, so Reiche weiter, "dass Deutschland nur mit Berlin siegen kann". Die Bundeshauptstadt hätte größere Chancen als Düsseldorf, Frankfurt (Main), Hamburg, Leipzig oder Stuttgart, die sich ebenfalls bewerben wollten. Reiche betonte allerdings auch, dass eine neuerliche Olympiabewerbung Berlins "nur funktionieren kann, wenn alle mitmachen". Querelen wie in der Vergangenheit wären fatal. In diesem Sinne äußerte sich auch die CDU-Fraktionschefin Beate Blechinger: Die ganze Region müsse hinter der Olympiabewerbung stehen, wenn sie erfolgreich sein solle.

Auch Vize-CDU-Landeschef Sven Petke befürwortet eine Olympiabewerbung der Hauptstadt. Da die Wettkämpfe nicht allein in der Großstadt stattfinden könnten, müsse Brandenburg zwangsläufig mit einbezogen werden. Auch der Potsdamer Olympiastützpunkt könne neuen Auftrieb erhalten. Petke plädierte dafür, dass von Anfang an ein gemeinsames Konzept erarbeitet wird, zumal für 2009 die Länderfusion geplant sei. "Von Olympischen Spielen in Berlin-Brandenburg könnten eine wichtige Botschaft ausgehen". Auch Bisky meinte: "Wenn Olympia wirtschaftliche Impulse bringt, sollte man nicht Nein sagen." Man müsse in strategischen Fragen weit vorausdenken.

Aus Berliner SPD-Kreisen war zu erfahren, dass Brandenburgs Landesregierung noch während der Koalitionsverhandlungen mit FDP und Grünen um ein demonstratives öffentliches Bekenntnis zur Olympiabewerbung gebeten wurde. Es habe eine "gewisse Verärgerung" gegeben, weil es nicht gekommen sei. In Potsdamer Koalitionskreisen hieß es, die Entscheidung müsse von Berlin getroffen werden. Man wolle nicht den Eindruck erwecken, Druck auszuüben. Auch Reiche wies ausdrücklich darauf hin, dass Berlin "die Lasten und Risiken tragen" müsse.

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