Untersuchungshaft : Leitungsdiebe an Bahnstrecke erwischt

In den vergangenen Monaten war es immer wieder zu Verspätungen und Zugausfällen gekommen, weil Metalldiebe Oberleitungskabel gestohlen hatten. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch nahm die Bundespolizeidirektion Berlin nun vier Tatverdächtige fest.

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Bahnreisende können ein wenig aufatmen. Vier Tatverdächtige, die Oberleitungskabel gestohlen und einen Schaden von über 500 000 Euro verursacht haben sollen, wurden festgenommen. Das Amtsgericht Frankfurt (Oder) ordnete Untersuchungshaft an.

Die mutmaßlichen Diebe können laut einem Sprecher der Bundespolizei mit den entwendeten Kabeln auf den Strecken von Berlin nach Hamburg und Frankfurt (Oder) in Verbindung gebracht werden. Aufgrund der eigentümlichen Vorgehensweise der Diebe sei ebenfalls anzunehmen, dass die polnischstämmigen Tatverdächtigen auch für die Zugausfälle auf der Strecke von Berlin nach Hannover verantwortlich waren.

Wegen der beschädigten Oberleitungen mussten sich Fernreisende auf dieser ICE–Strecke im Februar mit bis zu 90-minütigen Verzögerungen arrangieren. Einige Regionalzüge mussten durch Busse ersetzt werden. Auch in Richtung Hamburg hatten die Diebe im April für Behinderungen gesorgt. Teilweise war nur noch ein Gleis befahrbar. 20 Minuten Verspätung waren die Regel.

Nun scheint die Bande zu gierig geworden zu sein. Die Bundespolizei erwischte die mutmaßlichen Täter, als sie gerade einen Diebstahl von Metallkabeln an der Bahnstrecke Angermünde- Pasewalk vorbereiteten. Einer der vier Männer im Alter von 35 bis 53 Jahren flüchtete mit einem Auto, wurde aber kurze Zeit später auf der A11 von der Polizei gestoppt. Die anderen Täter suchten Schutz in einem Gebüsch am Rande der Bahngleise, entgingen aber nicht der Wärmebildkamera des Polizeihubschraubers.

Am Tatort fanden die Beamten neben weiteren Beweismitteln auch modifiziertes Schneidwerkzeug. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die Bande überregional agiere. Ein Abgleich der Schnittspuren werde in den nächsten Tagen zeigen, wo sich die Diebe noch überall bedient haben, sagte ein Polizeisprecher.

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