Urabstimmung : Kitas werden ab morgen bestreikt

Arbeitskampf in kommunalen Kindertagesstätten: Nach den Warnstreiks der vergangenen Wochen haben sich die Erzieher in einer Urabstimmung für unbefristete Arbeitsniederlegungen ausgesprochen. Auch in den Sozial- und Jugendämtern kommt es zu Streiks.

Berlin89,9 Prozent ihrer Mitglieder hätten für den Arbeitskampf votiert, wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte. Von den Streiks sind ab morgen zunächst Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Hessen und Bremen betroffen, ab Anfang nächster Woche treten auch die Erzieher in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und dem Saarland in den Ausstand. Eltern sollten in den jeweiligen Einrichtungen nachfragen, ob und wann es zu Schließungen komme, riet ver.di-Vorstandsmitglied Achim Meerkamp.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft ihre Mitglieder in städtischen Sozial- und Erziehungseinrichtungen ab morgen bundesweit zu Streiks auf. Fast 93 Prozent der Mitglieder sprachen sich in einer Urabstimmung dafür aus, die Arbeitgeber auf diese Weise zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag für den betrieblichen Gesundheitsschutz zu zwingen.

Die Gewerkschaften fordern eine bessere Eingruppierung für die 220.000 Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes. Zudem kämpfen sie für einen tariflich geregelten Gesundheitsschutz, um die zunehmenden Arbeitsbelastungen aufzufangen.

Der Berufsstand der Erzieher müsse endlich aufgewertet werden, hatte ver.di-Chef Frank Bsirske zuvor gesagt. Es liege auch bei den Eltern, Druck auf die kommunalen Arbeitgeber zu machen, damit ein tragfähiges Ergebnis zustande komme. "Wir fordern angemessene Bezahlung für alle." Die Erzieher müssten "gesund ihre Arbeit auch die nächsten Jahrzehnte machen können."

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte den Gewerkschaften dagegen Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Aus ihrer Sicht ist die Forderung nach besserem Gesundheitsschutz vorgeschoben, um Forderungen nach einem neuen Bezahlungssystem und mehr Geld Nachdruck zu verleihen. Bis 2011 gelte noch der Tarifvertrag und damit die Friedenspflicht, hieß es. (rf/dpa)