Der Tagesspiegel : Urlauber lassen es sich gut gehen Wellness-Angebote immer beliebter

Claus-Dieter Steyer

Bad Saarow - Die hohen Investitionen für Thermalbäder und Wellness-Hotels in Brandenburg zahlen sich offenbar aus. In laufenden Jahr entschieden sich bereits rund 3,8 Prozent aller Urlauber im Land für die Gesundheitsangebote. Sie brachten der Branche so einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro. Das bedeute eine Verdopplung gegenüber 2004, sagte Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) gestern bei einem Besuch in Bad Saarow. Brandenburg liegt damit sogar über dem deutschlandweiten Durchschnitt von drei Prozent Wellness-Urlaubern. Viele Thermen profitieren außerdem von den Tagestouristen aus Berlin.

„Wellness-Gäste sind sehr gut informiert, wollen ihre Freizeit möglichst effektiv nutzen und geben viel Geld aus“, sagte Junghanns. Vor allem im Winter würden sie eine gute Auslastung der Hotels garantieren. Ausdrücklich lobte er die gemeinsam mit örtlichen Medizinern erstellten Programme in der Therme von Bad Saarow. Diese konzentrieren sich unter anderem auf Herz-Kreislauf-Beschwerden, Rückenprobleme, Burn-out-Syndrome und Ernährungsstörungen.

Mit diesen Angeboten hat das gerade bei Berlinern bekannte Thermalsole-Heilbad seinen dramatischen Besucherrückgang aufgefangen. Im Jahre 1999 zählte die Anlage noch 370 000 Gäste, in diesem Jahr werden es nur 270 000 sein. „Wir können aber mit dieser Zahl sehr gut leben“, sagte Kurdirektor Axel Walter. „Es geht ruhiger zu, die Besucher bleiben länger, und wir verdienen mehr am einzelnen Gast.“ Das Bad mit seinen 61 Beschäftigten schreibe schwarze Zahlen. Vom Umsatz von jährlich 4,2 Millionen Euro entfallen zwei Millionen auf den Badebereich und bereits 1,5 Millionen auf die Massage-, Moorbad- oder AyurvedaAngebote. Den Rest steuern Gastronomie und Bekleidungsverkäufe bei.

Beliebteste Brandenburger Reiseregion war von Januar bis September wieder der Spreewald vor dem Fläming und dem Ruppiner Land. Auch im Spreewald trägt die vor zwei Jahren in Burg eröffnete Therme wesentlich zum Anstieg der Besucherzahlen bei. Claus-Dieter Steyer

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