Urteil : DFB-Sportgericht bestraft Kölns Roland Koch

Nicht, dass die Gerichtsbarkeit des DFB nicht schon häufiger schwer nachvollziehbare Urteile gefällt hätte, aber dieser Fall ist fragwürdig. Kölns Ko-Trainer Roland Koch wurde verurteilt, weil er den Eindruck erweckte, ein Kontaktverbot zu Christoph Daum missachten zu wollen.

DFB
Immer wieder kurios. Die Urteile des DFB-Sportgerichtes sind oft nur schwer nachvollziehbar. -Foto: ddp

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat im Fall Daum/Koch ein erstaunliches Urteil gefällt. Obwohl die Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses keinen Nachweis dafür erbracht haben, dass Christoph Daum als Trainer des Zweitligisten 1. FC Köln gegen sein Innenraum-Verbot verstieß, wurde Daum-Assistent Roland Koch im Einzelrichter-Verfahren "wegen eines unsportlichen Verhaltens" mit einer Geldstrafe von 6000 Euro belegt. Ein FC-Sprecher sagte, der Club werde sich jeglichen Kommentars zu dem Urteil enthalten. Daum-Assistent Koch stimmte dem damit rechtskräftigen Sportrichterspruch bereits zu.

Koch vertrat Daum am 31. August in der Partie bei TSV 1860 München (1:1) als Trainer auf der Bank. Chefcoach Daum hielt sich - wie vom DFB in der gegen den FC-Trainer ausgesprochenen Zwei-Spiele-Sperre verlangt - eine halbe Stunde vor dem Spiel bis 30 Minuten nach dessen Ende in einer Stadionloge auf. Horst Hilpert, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, erläuterte in einer DFB-Mitteilung, es sei kein Nachweis zu führen gewesen, "dass Christoph Daum gegen das Aufenthaltsverbot verstoßen hat".

Koch habe in einem Fernsehinterview allerdings den Eindruck erweckt, "dass er bereit ist, das durch das DFB-Sportgericht angeordnete Kontaktaufnahmeverbot zu Trainer Daum zu missachten". Damit begründete das Sportgericht die Strafe. Koch hatte gesagt, es habe "definitiv keinen Kontakt zu Christoph Daum in der vom DFB auferlegten Sperrfrist" gegeben. Der Kölner Chefcoach ist noch für das Spiel am 16. September gegen die SpVgg Greuther Fürth von dem Innenraumverbot betroffen. (mit dpa)