US-Militär : Generalstabschef Pace muss gehen

Der bisherige US-Generalstabschef Peter Pace soll nach Ablauf seiner Amtszeit Ende September ersetzt werden. Nachfolger wird soll Admiral Michael Mullen werden.

WashingtonDer bisherige US-Generalstabschef Peter Pace soll nach Ablauf seiner Amtszeit Ende September durch Admiral Michael Mullen (60) ersetzt werden. Er habe Präsident George W. Bush empfohlen, den bisherigen Chef der Marineoperationen für die Nachfolge zu nominieren, gab Verteidigungsminister Robert Gates bekannt.

Der Pentagon-Chef teilte zugleich mit, dass er eine zweite Amtsperiode von Pace (61) befürwortet hätte. Nach Konsultationen mit Demokraten und Republikanern im Kongress sei jedoch klar geworden, dass das anstehende Bestätigungsverfahren im Senat sehr kontrovers hätte werden können, sagte Gates offensichtlich mit Bezug auf den Irakkrieg.

Da Pace seit sechs Jahren im Generalstab vertreten gewesen sei - zwei Jahre an der Spitze und vier Jahre als Vizechef - habe die Gefahr einer Prozedur bestanden, "bei der zurück- und nicht vorwärtsgeblickt wird".

"Spaltende Quälerei"

Ein solche "spaltende Quälerei" wäre nicht im Interesse des Landes gewesen, fuhr Gates fort. Er äußerte sich enttäuscht darüber, dass die genannten "Umstände" ihn zu dieser Entscheidung gezwungen hätten.

Zugleich hob der Minister aber die Qualifikation Mullens hervor, der auf seinem jetzigen Posten der ranghöchste Offizier der US-Marine ist. Davor war Mullen von Oktober 2004 bis Ende Mai 2005 Kommandeur der US-Marinestreitkräfte in Europa. Er verfüge über die nötige Vision, Erfahrung und Integrität, Amerikas Militär zu führen, sagte Gates.

Der Minister gab weiter bekannt, dass General James Cartwright, bisher Kommandeur des Strategischen Kommandos, für die Nachfolge von Edmund Giambastiani als Vizegeneralstabschef nominiert werden soll. Die Amtszeit von Pace und seines Stellvertreters läuft am 30. September ab.

Der US-Generalstabschef ist Militärberater des US-Präsidenten und leitet die strategischen Planungen des Pentagons. Direkte Befehle an die US-Truppen darf er jedoch nicht geben. Traditionell bleibt der US-Generalstabschef für zwei Amtszeiten, die jeweils zwei Jahre dauern, auf diesem Posten.