US Open : Kiefer und Haas in Runde zwei

Schwamm drüber: Mit gehörigen Auftaktschwierigkeiten sind Thommy Haas und Nicolas Kiefer bei den US Open in die zweite Runde eingezogen. Vor allem Haas wirkte dabei unzufrieden - weniger über das Ergebnis, als über die schmerzende Schulter.

Andreas Bellinger[dpa]
Haas
"So kann es nicht weitergehen": Thommy Haas mit schmerzender Schulter. -Foto: dpa

New YorkThomas Haas und Nicolas Kiefer sind an der Spitze eines deutschen Tennis-Quartetts in die zweite Runde der US Open eingezogen. Zwar zwickte Haas' Schulter den 29-Jährigen bei jedem Aufschlag und jeder Rückhand; den 6:7 (5:7), 7:5, 6:3, 6:4-Auftakterfolg gegen den belgischen Qualifikanten Steve Darcis konnte sie aber nicht verhindern. Genervt meinte der gebürtige Hamburger im Anschluss an das Spiel: "Nicht ein Mal konnte ich volle Kanne durchziehen. So kann es nicht weitergehen."

Auch Kiefer ging bei seiner Flushing-Meadows-Rückkehr nach einem Jahr Verletzungspause unsicher in die Partie gegen Routinier Vince Spadea. Nach seinem eindrucksvollen 6:2, 7:6 (7:1), 6:3-Sieg über den Amerikaner war der 30-Jährige rundherum zufrieden - vor allem aber kerngesund. "Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, auch nach dem Spiel etwas für den Körper zu tun", erklärte der Hannoveraner auf dem Weg vom Kraftraum zur Pressekonferenz. Keine Schmerzen im Handgelenk plagten ihn beim zweiten Sieg im fünften Vergleich mit Spadea, kein Zwicken im lädierten Knie und auch keine sonstigen Wehwehchen.

Kiefer: "Ich konnte Kraft sparen, das ist das Wichtigste"

Kiefer freute sich über ein gutes Spiel und vor allem darüber, dass es nur drei Sätze gedauert hatte. "Ich konnte Kraft sparen, das ist das Wichtigste." Gegen den Weltranglisten-Vierten Nikolai Dawidenko wird er seine ganze Kraft brauchen. Das einzige Duell vor zwei Jahren in St. Petersburg hatte er zwar 6:1, 6:1 gewonnen. "Doch seither ist einiges geschehen. Da muss ich schon noch einen großen Schritt nach vorne machen." Erst einmal wollte Kiefer aber seinen Sieg gebührend auskosten. "Denn", so meinte er, "viele Grand-Slam-Siege habe ich zuletzt schließlich nicht gefeiert."

"Der Arm sackt ein und wird kraftlos. Und keiner weiß, woran es liegt. Das macht keinen Spaß mehr", sagte Haas und seine Miene verfinstert sich angesichts des Verletzungspechs der vergangenen Wochen. Dabei durfte sich der an Nummer zehn gesetzte Daviscup-Spieler auf ein deutsches Duell gegen den ihm noch unbekannten Philipp Petzschner freuen. Der Grand-Slam-Debütant aus dem einstigen Boris Becker Junior-Team rang den "kleinen B.B.", Benjamin Becker, mit 2:6, 3:6, 6:4, 6:4, 6:1 nieder und steht so in Runde zwei.

"Das war mein erstes Fünfsatz-Match; ich bin glücklich und müde zugleich. Wenn ich auch gegen Tommy gut spiele, bekomme ich vielleicht wieder meine Chance. Und die will ich nutzen", sagte der 23 Jahre alte Qualifikant aus Bayreuth, der in diesem Jahr fünf Monate lang am Stock ging- im wahrsten Sinne des Wortes: Beim Fußballspiel riss sich der 23-Jährige drei Bänder im Sprunggelenk, fing zu früh an und erlitt prompt einen weiteren Bänderriss.