US-Open : Kohlschreiber und Berrer siegen - Aus für Phau

Die deutschen Tennisprofis Philipp Kohlschreiber und Michael Berrer haben bei den US-Open für Lichtblicke gesorgt. Nur für Björn Phau war Carlos Moya noch eine Nummer zu groß.

Andreas Bellinger
Philipp Kohlschreiber
Philipp Kohlschreiber besiegte den Argentinier Mariano Zabaleta in drei Sätzen. -Foto: AFP

New YorkBei herrlichem Sonnenschein trumpfte Daviscupspieler Kohlschreiber in der sengenden Mittagssonne eiskalt auf und folgte Thomas Haas, Nicolas Kiefer und Philipp Petzschner durch ein 6:2, 6:2, 6:4 gegen den Argentinier Mariano Zabaleta in die zweite Runde des mit 19,6 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Tennisturniers. Tags zuvor waren von fünf gestarteten Deutschen fünf rausgeflogen.

Michael Berrer setzte sich gegen den Polen Michal Przysiezny mit 6:1, 4:6, 6:1, 7:6 (7:4). Der nur auf Position 248 der Weltrangliste geführte Qualifikant aus Breslau machte dem 26-jährigen Stuttgarter das Leben allerdings ziemlich schwer, nachdem es zunächst nach einer glatten Sache ausgesehen hatte. "Ich hab' es mir viel zu schwer gemacht. So einen Gegner müsste ich in drei Sätzen weghauen", sagte Berrer. In der zweiten Runde, die er bei seinem fünften Grand- Slam-Einsatz erst zum zweiten Mal nach dem diesjährigen Wimbledon erreichte, trifft der Weltranglisten-84. nun auf Ernesto Gulbis aus Lettland. Björn Phau aus Weilerswist schied dagegen mit 1:6, 2:6, 4:6 gegen den Spanier Carlos Moya aus.

Kohlschreiber: "Am Ende musste ich beißen"

"Das war ein guter Start ins Turnier", freute sich Kohlschreiber, der gegen den in die Jahre gekommenen Zabaleta keine Mühe hatte. Der Aufschlag saß und wann immer es brenzlig zu werden schien, zog der Augsburger das Tempo an. Damit kam sein unbeweglicher Gegenspieler nicht zurecht und drosch die Bälle nicht selten meilenweit ins Aus. Lange vorbei sind die Zeiten, als der auf Platz 83 der Weltrangliste abgerutschte 29-jährige Südamerikaner im Jahr 2000 auf Position 21 stand.

"Nur am Ende musste ich noch mal richtig beißen. Aber das war gar nicht so schlecht, so habe ich gemerkt, dass ich auch das kann", sagte Kohlschreiber, der bei seinen fünften US Open erst zum zweiten Mal nach 2004 die zweite Runde erreichte. Dort wird die Aufgabe gegen den an Nummer elf gesetzten Michail Juschni nun erheblich schwerer. Allerdings kann der 23-Jährige darauf verweisen, gegen den Russen eine weiße Weste zu haben. Beide Vergleiche hat der in der Schweiz lebende Bayer gewonnen. Zuletzt im Finale von München, wo er im Mai seinen ersten Titel auf der ATP-Tour gewonnen hat.

Wird Kohlschreiber zweiter Daviscup-Spieler?

Überdies könnte das Zweitrunden-Duell zu einer Generalprobe für das Daviscup-Halbfinale vom 21. bis 23. September in Moskau werden. Die Nominierung Kohlschreibers zum zweitem Einzelspieler neben Thomas Haas dürfte nach dem kläglichen Abschneiden der deutschen Tennisprofis in Flushing Meadows so gut wie feststehen. Im Doppel wird Bundestrainer Patrik Kühnen wieder auf Alexander Waske und Michael Kohlmann vertrauen - vorausgesetzt sie sind fit und gesund.

Nach der heftig geforderten zweitägigen Pause greift der angeschlagene Haas an heute wie auch Kiefer wieder ins Geschehen ein. Der Hamburger erwartet im deutschen Duell erstmals den Bayreuther Petzschner, während es der Hannoveraner Kiefer mit Nikolai Dawidenko zu tun bekommt. An eine Daviscup-Generalprobe denkt der Hannoveraner im zweiten Vergleich mit dem Russen - den ersten gewann er 2005 in St. Petersburg - freilich nicht. Nach langer Verletzung zählt er momentan nicht zur Mannschaft von Kapitän Kühnen. (mit dpa)