US-Präsidentschaft : Obama erweitert sein Kabinett um Innenminister Salazar

Der künftige US-Präsident Barack Obama hat weitere wichtige Personalentscheidungen für sein Kabinett gefällt. Wie US-Zeitungen berichteten, soll der demokratische Senator aus dem Bundesstaat Colorado, Ken Salazar, neuer Innenminister werden.

Obama
Barack Obama gibt nach und nach die Mitglieder seines Kabinetts bekannt. -Foto: dpa

WashingtonDer 53-jährige Salazar, der als Innenminister auch für Belange des Umweltschutzes zuständig sein wird, war zuvor unter anderem Chef der Behörde für nationale Ressourcen sowie Generalstaatsanwalt in Colorado. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist das Innenministerium der USA nicht für innere Sicherheit zuständig.

Bereits am Montagabend hatte Obama den Physik-Nobelpreisträger Steven Chu zum künftigen Energieminister ernannt. Der 60-jährige Wissenschaftler sei in einzigartiger Weise geeignet, den Herausforderungen der künftigen Energie- und Umweltpolitik zu begegnen, sagte Obama in Chicago.

Zugleich kündigte Obama an, dass er einen neuen Posten zur Koordinierung der Energie-, Klima und Umweltpolitik im Weißen Haus schaffen will. Der Posten soll von der früheren Chefin der US-Umweltbehörde EPA, Carol Browner, besetzt werden. Grundsätzlich versicherte Obama, der am 20. Januar das Präsidentenamt übernimmt, es werde in seiner Politik keinen Gegensatz zwischen den Zielen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz geben. "Es gibt keinen Widerspruch zwischen Wirtschaftswachstum und solider Umweltpraktiken."

Obama: Energie- und Umweltpolitik haben Priorität

Chu (60), Sohn chinesischer Einwanderer, war 1997 gemeinsam mit zwei Kollegen für Arbeiten zur Kühlung von Atomen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden. In den vergangenen Jahren konzentrierte er sich allerdings auf Energiefragen und warnte vor den Gefahren des Klimawandels. Neue Chefin der Umweltbehörde EPA wird die frühere Leiterin der Umweltbehörde des Staates New Jersey, Lisa Jackson, kündigte Obama weiter an.

Obama stellte erneut klar, dass Energie- und Umweltpolitik eine Priorität seiner Amtszeit werden solle. "Wir können uns keine Gleichgültigkeit und keine gebrochenen Versprechungen mehr leisten", sagte er. Er betonte, durch modernen Umweltschutz und Technologien wie Solarenergie und benzinsparende Autos könnten Millionen Jobs geschaffen werden. Browner sagte, die USA befänden sich in Sachen Umweltpolitik an einem "kritischem Punkt der Geschichte". Zur Überwindung der Probleme sei auch eine parteiübergreifende Politik notwendig.

Obama stellte zudem am Abend den Leiter des Chicagoer Schulbezirks, Arne Duncan, als seinen Bildungsminister vor. Duncan kenne die Reform des Bildungssystems nicht nur aus der Theorie, sondern sei einer der erfahrensten Praktiker, sagte Obama bei der Vorstellung. Auf Duncan kommt die schwierige Aufgabe zu, das marode öffentliche Schulsystem zu reformieren, ohne die mächtige Lehrergewerkschaft zu verärgern, die Obama im Wahlkampf unterstützt hatte. (sba/dpa)