US-Vorwahl : Obama gewinnt alle drei Vorwahlen gegen Clinton

Triumphserie für Obama: Der Senator schlägt seine parteiinterne Rivalin, Hillary Clinton, am Samstag in allen drei Bundesstaaten. Huckabee besiegt McCain mühelos in Kansas.

SeattleBarack Obama setzte sich am Samstag nach Berichten der TV-Sender CNN und Fox bei den Vorwahlen in den Bundesstaaten Washington und Louisiana sowie bei der Wahlversammlung in Nebraska durch. Bei den Republikanern ließ der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, im Bundesstaat Kansas Senator John McCain hinter sich. Allerdings steht McCain, Senator von Arizona, nach dem Rückzug mehrerer Konkurrenten praktisch als Spitzenkandidat seiner Partei fest.

Besonders deutlich fielen Obamas Siege in Washington und Nebraska aus. Dort kam der schwarze Senator auf jeweils 68 Prozent der Stimmen. Clinton kam in beiden Staaten auf rund 32 Prozent. In Louisiana lag Obama nach Auszählung von über 70 Prozent der Stimmen mit bei 55 Prozent uneinholbar vorne. Die ehemalige First Lady Hillary Clinton kam dagegen in dem Südstaat nur auf 39 Prozent.

Louisiana entsendet 56 Delegierte zum Nominierungsparteitag im August. Außerdem kommen aus dem Staat zehn "Superdelegierte", die anders als die übrigen Delegierten in ihrem Votum nicht an das Vorwahl-Ergebnis gebunden sind. In Washington waren insgesamt 78 Delegiertenstimmen zu vergeben, in Nebraska 24. Die Delegiertenstimmen werden anteilsmäßig vergeben, daher war zunächst noch unklar, wie die Verteilung nach den jüngsten Ergebnisse aussehen würde.

Das Rennen bleibt offen

Nach dem knappen Ausgang des "Super-Tuesday" in der vergangenen Woche zugunsten Clintons zählt jeder weitere Vorwahlsieg auf dem Weg zum Nominierungsparteitag in Denver (Colorado). Beide Kandidaten liegen praktisch gleichauf. Am Samstag konnte daher noch keiner der beiden Kandidaten darauf hoffen, einen entscheidenden Vorsprung im Nominierungsrennen der Demokraten zu erringen.

Obama und Clinton richteten deshalb ihre Aufmerksamkeit auf Virginia, wo Anfang der Woche gewählt wird und es insgesamt weitere 200 Delegierte zu gewinnen gilt. Außerdem wird zeitgleich in Washington DC und Maryland gewählt. Zuvor stimmt noch Maine ab, wo es am Sonntag um 34 Delegierte geht. Für die Präsidentschaftskandidatur sind 2025 Delegierte erforderlich.

Obama: "Die Menschen wollten den Wandel"

Mit Blick auf Virginia hob Obama am Samstagabend (Ortszeit) seine Siege als Zeichen dafür, dass seine Botschaft vom Wandel die Menschen im ganzen Land erreiche. "Wir haben in Louisiana gesiegt. Wir haben in Nebraska gesiegt. Wir haben in Washington gesiegt. Wir haben im Norden, im Süden und dazwischen gewonnen." Die Menschen wollten den Wandel. "Sie wollen ein neues Kapitel der amerikanischen Geschichte schreiben. Von der Westküste zur Golfküste und im Herzen Amerikas sind die Wähler heute aufgestanden, um zu sagen - ja, wir können es", rief der 46-jährige Obama seinen jubelnden Anhängern zu.

Bei den Republikanern waren die Abstimmung dagegen nur noch Formsache. Baptistenprediger Huckabee erzielte bei den Wählerversammlungen in Kansas rund 60 Prozent der Stimmen. McCain kam nur auf 24 Prozent. Trotz der haushohen Favoritenrolle McCains wurde die Wahl von Beobachtern jedoch als innerparteiliches Stimmungsbarometer gesehen, da viele Republikaner den Vietnam-Veteranen wegen seiner teils liberalen Ansichten mit gemischten Gefühle sehen. (kj/AFP)