US-Vorwahlen : Clinton gewinnt in West Virginia

Hillary Clinton hat die Vorwahlen der Demokratischen Partei im US-Bundesstaat West Virginia erwartungsgemäß klar gewonnen. "Nach dem heutigen gewaltigen Sieg steht fest, dass alle Experten falsch liegen, die behaupten, das Rennen sei gelaufen", ließ Clinton erklären. Obama hat dennoch die besseren Karten.

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Hillary Clinton kämpft weiter. -Foto: dpa

CharlestonDie New Yorker Senatorin setzte sich nach Berichten sämtlicher US-Fernsehsender am Dienstag mit deutlichem Abstand gegen ihren parteiinternen Konkurrenten um die US-Präsidentschaftskandidatur, Barack Obama, durch. Umfragen hatten Obama eine klare Niederlage voraus gesagt, die aber nichts an seiner Führung im Kampf gegen Clinton um die Präsidentschaftskandidatur ändert.

Die Sender MSNBC und Fox prognostizieren aufgrund von Nachwahlbefragungen in West Virginia eine Zweidrittel-Mehrheit für Clinton. Der Sender CNN meldete einen "großen Vorsprung" für die ehemalige First Lady. Clinton erklärte, die Wähler hätten laut und deutlich gesprochen. "Ich höre auf die Wähler. Lasst uns weitermachen." In dem industriell geprägten Bundesstaat gibt es besonders viele Wähler aus niederen Einkommens- und Bildungsgruppen, die bei vorangegangenen Vorwahlen zu Clintons Stammklientel zählten. Die New Yorker Senatorin hatte wiederholt für sich in Anspruch genommen, dass nur sie diese Wählerschicht für die Demokraten mobilisieren könne.

Obama auch bei Superdeligierten vorn

In West Virginia waren 39 der 4049 Delegierten zu vergeben, die auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten im August den Kandidaten bestimmen. 28 Deligierte wurden über die Vorwahl bestimmt, elf weitere sind sogenannte Superdeligierte, die bei ihrer Entscheidung für einen Kandidaten freie Hand haben.

Weitere fünf Vorwahlen stehen den Rivalen noch bevor, am 20. Mai in Kentucky und Oregon, am 1. Juni in Puerto Rico und schließlich am 3. Juni in Montana und South Dakota. Clinton kann sich laut Umfragen auch in Kentucky einen Sieg ausrechnen. Da aber keiner der beiden Kandidaten in den verbleibenden Vorwahlen die erforderliche absolute Mehrheit von 2025 Delegiertenstimmen noch erreichen kann, werden die insgesamt 795 Superdelegierten den Ausschlag über die Präsidentschaftskandidatur auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten Ende August geben. Auch bei den Superdeligierten liegt Obama inzwischen vorn. (sba/AFP)