US-Vorwahlen : ''Obama braucht jetzt einen Sieg''

Bei den Vorwahlen in South Carolina wird sich Barack Obama gegen Hillary Clinton durchsetzen, sagen die Demoskopen. Jeder zweite Wähler hier ist afro-amerikanisch. Vielen ist er dennoch "nicht schwarz genug".

Washington Die US-Vorwahl der Demokraten im Südstaat South Carolina dürfte frischen Wind für den schwarzen Senator Barack Obama (46) bringen. Umfragen zufolge liegt Obama vor Öffnung der Wahllokale deutlich vor seiner schärfsten Konkurrentin Hillary Clinton. Aussagekräftige Resultate werden Sonntagfrüh MEZ erwartet.

"Obama braucht unbedingt einen Sieg, um mit Hillary Clinton gleichzuziehen", meinte ein TV-Kommentator. Die 60-jährige Senatorin aus New York hatte im bisherigen Vorwahlreigen die Abstimmungen in den Bundesstaaten New Hampshire und Nevada gewonnen. Obama (46) konnte sich lediglich in Iowa durchsetzen. Allerdings galt die Abstimmung in South Carolina als "Heimspiel" für Obama, da über die Hälfte der eingetragenen Wähler Afro-Amerikaner sind.

"Super-Tuesday"  wird wohl die Entscheidung bringen

Wahlstrategen meinten allerdings, Obama dürfte sich nicht allzu sehr als "Kandidat der Schwarzen" präsentieren, weil ihm dann viele weiße Wähler davonlaufen könnten. Prominente Schwarze wie der Bürgerrechtler Jesse Jackson hatten in der Vergangenheit immer wieder Kritik an Obama geübt, weil er sich zu wenig für ihre Anliegen engagiere. Zudem kursieren immer wieder Vorwürfe, Obama - Sohn eines afrikanischen Austauschstudenten und einer weißen Amerikanerin - sei "nicht schwarz genug".

Wahlstrategen in den USA meinen, frühestens am 5. Februar könnte eine Entscheidung über die Kandidatur für die Präsidentenwahl am 4. November fallen: An diesem "Super-Tuesday" wird in 22 Bundesstaaten gewählt, darunter in den bevölkerungsreichen und politisch einflussreichen Staaten wie Kalifornien, New Jersey und New York. Offiziell werden die Kandidaten erst auf den Wahlparteitagen im Spätsommer gekürt.

Für den aus South Carolina stammenden demokratischen Senator John Edwards sagten die Umfragen einen dritten Platz voraus. Bereits vor einer Woche hatte sich in dem Südstaat der Republikaner John McCain vor seinen Konkurrenten Mike Huckabee und Mitt Romney durchgesetzt. Wie bei den Demokraten ist auch bei den Republikanern das Rennen noch völlig offen. Die Republikaner haben allerdings bereits am Dienstag mit der Vorwahl in Florida die nächste wichtige Abstimmung vor sich. (ho/dpa)