US-Wahl : Obama siegt - und schreibt Geschichte

Historische Stunde in den USA: Mit Barack Obama ist erstmals ein Schwarzer zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden. In der Rede vor seinen Anhängern erklärte er: "Der Wandel ist nach Amerika gekommen"

ChicagoDer Demokrat Barack Obama wird als erster schwarzer US-Präsident in das Weiße Haus einziehen. Sein republikanischer Gegner John McCain gestand seine Niederlage am Dienstagabend (Ortszeit) in Phoenix im Bundesstaat Arizona ein. Auch der scheidende US-Präsident George W. Bush gratulierte Obama zu dessen historischem Erfolg.

Die Entscheidung für Obama als 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten fiel gegen fünf Uhr am Mittwochmorgen (MEZ), nachdem sein Sieg in den drei Westküstenstaaten Kalifornien, Washington und Oregon nach Hochrechnungen und ersten Auszählungsergebnissen feststand. Überall in Amerika jubelten die Anhänger des 47-jährigen Senators aus Illinois.

In seiner Siegesrede in Chicago versprach Obama seinen Anhängern: "Ich werde immer aufrichtig mit Euch sein". Er rief die Amerikaner zur Zusammenarbeit auf und appellierte auch an jene Amerikaner, die ihn nicht gewählt hatten, ihn nun zu unterstützen. "Ich brauche Eure Hilfe." Zur Rolle der USA betonte Obama, die Stärke des Landes beruhe nicht auf seinen Muskeln sondern auf seinen Idealen wie Demokratie.

McCain bietet Zusammenarbeit an

Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain hat nach dem längsten Wahlkampf in der amerikanischen Geschichte seine Niederlage eingestanden. Vor Anhängern in Phoenix im Bundesstaat Arizona sagte McCain, er habe dem Wahlsieger Barack Obama gratuliert. "Das amerikanische Volk hat gesprochen und es hat klar gesprochen", sagte er. "Der Fehler liegt bei mir - nicht bei Euch", rief er seinen enttäuschten Anhängern zu. Der 72-Jährige unterbrach mehrfach ihre Buh-Rufe, wenn er von Obama sprach. "Senator Obama hat Großes für sich und für sein Land erreicht."

Am Tag nach der Wahl müsse die Zusammenarbeit über alle Parteigrenzen hinweg beginnen, um den großen Herausforderungen gerecht zu werden, "mit denen die größte Nation der Welt" konfrontiert ist. "Ich rufe alle Amerikaner auf, wie so oft in diesem Wahlkampf, nicht an unseren derzeitigen Problemen zu verzweifeln, sondern an das Versprechen und die Größe Amerikas zu glauben." Der Senator aus Arizona sprach von einer historischen Wahl und einer besonderen Stunde für die Schwarzen in Amerika.

"Es ist natürlich, heute Nacht etwas enttäuscht zu sein", sagte McCain. "Aber das müssen wir hinter uns lassen und zusammenarbeiten, damit unser Land wieder in Schwung kommt", rief er seinen Anhängern zu. Die seien schwierige Zeiten. "Aber ich verspreche ihm (Obama), alles in meiner Kraft zu unternehmen, um ihm dabei zu helfen, uns durch die zahlreichen Herausforderungen zu führen."

Obama gewinnt in den Swing-States Ohio und Pennsylvania

Obama entschied nach Hochrechnungen der Sender ABC, Fox News und CNN das Rennen in den besonders umkämpften Staaten Ohio und Pennsylvania. Vor allem Ohio galt als Schlüsselstaat für den Sieg. Auch in der Republikaner-Hochburg Virginia setzte er sich durch. Seit 1964 hatte hier kein demokratischer Präsidentschaftskandidat gewonnen.

Im besonders heftig umkämpften Florida lag Obama laut CNN nach Auszählung von etwas mehr als zwei Drittel der Stimmen mit 51 Prozent vorn. McCain kam auf 49 Prozent. (ae/dpa)