US-Wahl : Palin trägt nach Protesten wieder eigene Kleider

Die Pleiten und Pannen der Vize-Präsidentschaftskandiatin Palin schaden John McCain zusehends. Nach der letzten Kleider-Posse spricht sich nun sogar ihre Heimatzeitung für Barack Obama aus.

Palin
Modebewusste Politikerin Sarah Palin lobt ihren Second Hand Laden in Anchorage. -Foto: dpa

MiamiNach der Empörung über die hohen Ausgaben der US-Republikaner für Kleider und Schminke der Vizepräsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin bedient diese sich wieder aus dem eigenen Kleiderschrank. "Ich trage wieder meine eigenen Kleider, die ich in meinem Lieblings-Second-Hand-Laden in Anchorage, Alaska, kaufe", sagte die Gouverneurin des nördlichsten US-Bundesstaates am Sonntag vor Anhängern in Tampa im US-Bundesstaat Florida.

Das Internetportal "Politico" hatte vergangene Woche unter Berufung auf Finanzunterlagen der Republikanischen Partei berichtet, die Republikaner hätten in den vergangenen Monaten rund 150.000 Dollar (rund 116.000 Euro) in Kleidung, Friseur und Schminke für Palin gesteckt.

Palin eine Gefahr für die freie Welt

Die wichtigste Zeitung Alaskas möchte lieber Barack Obama im Weißen Haus sehen als die eigene Gouverneurin und republikanische Vize-Präsidentschaftskandidatin. Die "Anchorage Daily News" gab am Sonntag eine Wahlempfehlung für den demokratischen Kandidaten ab. Es sei zu "riskant", wenn Palin nur "einen 72-jährigen Herzschlag von der Führung der freien Welt" entfernt sei, schrieb die Zeitung mit Blick auf das Alter des republikanischen Kandidaten John McCain.

Palins Nominierung sei zwar ein "denkwürdiges Ereignis" und viele  Bürger Alaskas seien stolz darauf, dass der eigene Bundesstaat derzeit so prominent vertreten sei. Lokalpatriotismus dürfe jedoch nicht alle andere Einschätzungen überdecken. Die Zeitung hält auch McCain für ungeeignet. Er sei der falsche Kandidat in einer kritischen Zeit, schrieb die Zeitung mit Blick auf die Finanzkrise. Mit Obama würde demnach "weit mehr Hoffnung" ins Weiße Haus einziehen. In den vergangenen Tagen hatten bereits renommierte Zeitungen wie die "New York Times", die "Financial Times", die "Washington Post" und die "Los Angeles Times" empfohlen, bei der Wahl am 4. November für Obama zu stimmen. (ml/AFP)