US-Wahlkampf : Obama stellt Rekord bei Spendeneinnahmen auf

Im Rennen um Wahlkampfspenden für die US-Präsidentschaftswahl 2008 hat der demokratische Senator Barack Obama seine parteiinterne Rivalin Hillary Clinton überrundet.

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Präsidentschaftsbewerber Barack Obama -Foto: AFP

WashingtonIm Rennen um Wahlkampfspenden für die US-Präsidentschaftswahl 2008 hat der demokratische Senator Barack Obama einen Rekord aufgestellt und seine parteiinterne Rivalin Hillary Clinton überrundet. Im zweiten Quartal 2007 habe er 32,5 Millionen Dollar (24 Millionen Euro) eingenommen, teilte Obama mit. Das ist mehr, als jemals ein Demokrat im zweiten Quartal des Vorwahljahrs gesammelt hat. Im selben Zeitraum hatte Clinton laut ihrem Wahlkampfteam rund 27 Millionen Dollar Spenden gesammelt. Obama bezeichnete seinen Erfolg als "Beginn einer neuen Bewegung von unten".

Allein im zweiten Quartal verbuchte der Obama 154.000 Spenden in Höhe von insgesamt 32,5 Millionen Dollar auf seinem Wahlkampfkonto. Die im ersten und zweiten Quartal gesammelten Spenden für den Vorwahlkampf beliefen sich damit auf 55,7 Millionen Dollar. Im ersten Quartal hatte noch Clinton mit 26 Millionen Dollar einen neuen Rekord erzielt und den 45-jährigen Senator aus Illinois um einige hunderttausend Dollar überrundet.

Wird Obama der erste farbige US-Präsident?

Für Obama, der der erste farbige US-Präsident werden will, ist die große finanzielle Unterstützung ein riesiger Erfolg. Anders als die ehemalige First Lady Clinton ist der Senator von Illinois nicht seit vielen Jahren im Establishment der Demokratischen Partei verwurzelt. Er wurde erst im November 2004 in den Senat gewählt. Mit seinen Anhängern habe er "die größte basisdemokratische Kampagne" in dieser Wahlkampfphase auf die Beine gestellt, erklärte Obama. "Das ist die Art von Bewegung, die die von Sonderinteressen geleitete Washingtoner Politik ändern und unser Land umgestalten kann".

Spätestens am Samstag mussten die Präsidentschaftskandidaten ihren Spendenstand aus dem zweiten Quartal bei der Wahlkommission melden. Ihre Einnahmen werden in der Öffentlichkeit genau verfolgt, weil sie als Gradmesser für die Zugkraft eines Kandidaten gelten.

Hillary Clinton führt Umfragen an

Ungeachtet des geringeren Spendenaufkommens liegt Clinton in Umfragen bei den demokratischen Präsidentschaftsanwärtern jedoch mit deutlichem Abstand vor Obama auf Platz eins. Auf dem dritten Platz landet demnach der frühere Senator John Edwards. Dessen Einnahmen verschlechterten sich deutlich von 14 Millionen Dollar im ersten auf nur noch neun Millionen Dollar im zweiten Quartal, wie sein Wahlkampfbüro mitteilte. Der demokratische Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass er im zweiten Quartal sieben Millionen Dollar Spenden eingetrieben habe.

Auf republikanischer Seite gab bisher noch keiner der Kandidaten den Spendenstand im zweiten Quartal bekannt. Im ersten Quartal führte beim Spendensammeln der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, mit etwa 20 Millionen Dollar. Hinter ihm lagen New Yorks Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani mit 15 Millionen Dollar und Senator John McCain mit 12,5 Millionen Dollar. Beim Spendensammeln für seine Wiederwahl hatte Amtsinhaber George W. Bush im zweiten Quartal mehr als 34 Millionen Dollar eingenommen. Die kommende Präsidentschaftswahl wird nach einmütiger Einschätzung von Experten die teuerste aller Zeiten. Bis zu einer Milliarde Dollar werden die Kandidaten ausgeben. (mit AFP)