USA : Gore bei seinem Intimfeind Bush

Der frühere US-Vizepräsident und diesjährige Friedensnobelpreisträger Al Gore ist nach sieben Jahren ins Weiße Haus zurückgekehrt. Sein Rivale von einst, George W. Bush, hatte den Nobelpreisträger eingeladen. Ein Zeichen der Versöhnung?

Gore
Zurück im Weißen Haus.Foto: AFP

WashingtonZum ersten Mal seit dem bitteren Wahlstreit im Jahr 2000 kamen Gore und Präsident George W. Bush dabei im Weißen Haus auch zu einem Gespräch zusammen. Anlass für das Treffen am Montag war ein Empfang für die diesjährigen amerikanischen Nobelpreisträger. Bush hatte seinen unterlegenen Rivalen bei der Präsidentschaftswahl vor sieben Jahren persönlich zu der Feierstunde und einem privaten Treffen eingeladen.

US-Medien werteten dies als versöhnliche Geste, nachdem Bush es zuvor seiner Sprecherin Dana Perino überlassen hatte, Gore - mit knappen Worten - zum Nobelpreis zu gratulieren. Der Demokrat hatte den Preis als Mahner und Warner vor den Folgen der globalen Erwärmung zugesprochen bekommen.

Lächeln für die Kamera

Wie sich die beiden einstigen Rivalen bei dem Gespräch verstanden, blieb offen. Beide lächelten zwar zum Auftakt in die Kameras, und Gore sprach nach der Begegnung von einem "sehr guten und substanziellen Gespräch", aber über Einzelheiten schwiegen sich beide aus. Nur so viel ließen sie durchblicken: Gesprochen wurde hauptsächlich - über den Klimaschutz.

Zuletzt hatten sich Gore und Bush im Dezember 2000 in der Vizepräsidenten-Residenz zusammengesetzt, kurz, nachdem das höchste US-Gericht Bush den Wahlsieg zugesprochen hatte. Danach kam es nur zu kurzen höflichen Bemerkungen am Rande von verschiedenen Veranstaltungen. Nun ließ Bush die alljährliche Feierstunde für die Nobelpreisträger eigens vom ursprünglich geplanten Termin auf einen anderen verlegen, um sicherzustellen, dass der in Sachen Klimawandel viel reisende Gore auch teilnehmen konnte, wie Perino vor der Begegnung verriet. (ae/dpa)