Verbalattacke : Linke wehrt sich gegen Strucks Rattenfänger-Vergleich

In einem Rundschreiben hat SPD-Fraktionschef Peter Struck die Parteifunktionäre der Linken als "Rattenfänger" verunglimpft. Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, ist empört und schlägt mit einem Goebbels-Vergleich zurück.

BerlinDer Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, hat SPD-Fraktionschef Peter Struck aufgefordert, seine Beschimpfung der Linken als "Rattenfänger" zurückzunehmen. "Wenn er die Linken als Rattenfänger bezeichnet, dann wären unsere Wähler, Mitglieder und Sympathisanten nichts anderes als Ratten. Das kann er nicht ernst meinen. Ich erwarte von Struck, dass er das zurücknimmt", sagte Bartsch.

Struck hatte die SPD-Bundestagsabgeordneten in einem am Montag verbreiteten Brief aufgefordert, die "unseriöse Politik" der Linken zu "entlarven". In dem Brief heißt es: "Ihr seid das Führungspersonal der SPD, setzt Euch vor Ort mit diesen Rattenfängern auseinander."

Wortwahl aus der dunkelsten deutschen Geschichte

Bartsch sagte, diese Wortwahl stamme aus der dunkelsten deutschen Geschichte, als Hitlers Reichspropagandaminister Joseph Goebbels die Juden als Ratten bezeichnete. Jetzt bezeichne Struck die Linken-Anhänger als "Ungeziefer". "Das geht zu weit. Man kann uns beschimpfen und muss uns nicht gut finden. Aber das Niveau der politischen Auseinandersetzung darf man nicht so weit herunterschrauben." Bartsch: "Wenn er sich so in der Wortwahl vergreift, dann ist das ein starkes Stück und unakzeptabel."

Die SPD sehe nicht die gesellschaftlichen Ursachen für das Entstehen der Linken und nicht die Ursachen auch bei sich selbst für das Erstarken der Partei. "Die SPD ist genervt, weil wir Dinge vorschlagen, die teilweise ihrem Programm entsprochen haben. Damit kann sie nicht umgehen." (mit dpa)