Verbraucher : 400 Stunden Programm

Zeitversetztes Fernsehen ist nur ein Vorteil der neuen Geräte. Auch Bild und Ton sind besser als bei den analogen Vorgängern

Corinna Visser

Der feige Mörder setzt aus dem Hinterhalt zum Schuss auf sein unschuldiges Opfer an – da klingelt das Telefon. Wer jetzt abhebt, verpasst die spannendsten Minuten im Fernsehkrimi. Mit einem DVD-Festplattenrekorder ist die Unterbrechung kein Problem. Während man telefoniert, zeichnet das Gerät auf Knopfdruck die Sendung auf. Nach dem Gespräch kann man den Krimi sofort weiterschauen, ohne eine einzige Szene verpasst zu haben. DVD-Festplattenrekorder können nämlich gleichzeitig ein Programm aufnehmen und wiedergeben. Das macht zeitversetztes Fernsehen möglich – das ist aber nur ein Vorteil gegenüber dem VHS-Videorekorder. Der sichtbarste Unterschied sind brillantere Bilder und besserer Ton, wenn man eine hohe Aufnahmequalität wählt.

Die Stiftung Warentest hat DVD-Festplattenrekorder getestet. Preiswert und „gut“ ist der „LG RH-188“ für etwa 350 Euro. Der Nachteil: Die Tester fanden, er sei etwas umständlich zu programmieren. Wer eine größere Festplattenkapazität (mehr als 160 Gigabyte) wünscht und einen HDMI-Ausgang haben will, muss nach Meinung der Experten mehr Geld ausgeben. HDMI (High Definition Multimedia Interface) ist eine digitale Schnittstelle für Video- und Audiodaten. Besitzer moderner LCD- oder Plasmafernseher sollten sich für Rekorder mit HDMI-Ausgang entscheiden, über den die Daten ohne Umwandlung digital übertragen werden. Empfehlenswerte Geräte mit 250 Gigabyte-Festplatte sind zum Beispiel der „Hitachi DV-DS253E“ für 500 Euro und der „LG RH 200MH“ für 515 Euro.

Vor dem Kauf sollte man sich zunächst entscheiden, wie groß die Festplatte sein soll: Nutzt man die Festplatte nur als Zwischenspreicher und brennt Sendungen, die man immer wieder sehen will auf DVD, dann reichen 160 Gigabyte. Der Tipp der Warentester: Vorausgesetzt es gibt noch genug Platz auf der Festplatte, dann sollte man stets mit höchster Qualität aufnehmen. Beim Überspielen kann man die Aufnahmequalität entsprechend der DVD-Laufzeit immer noch herunterstufen. Neun Modelle im Test passen die Qualität automatisch an, wenn die Festplatte nur noch begrenzt Platz bietet. Das Überspielen von Festplatte auf DVD benötigt nicht so viel Zeit wie die Aufnahme selbst. Alle Rekorder können auch in einer höheren Geschwindigkeit kopieren.

Vor der Aufnahme kann man sich entscheiden in welcher Qualität aufgezeichnet werden soll. Stark komprimierte Daten brauchen weniger Platz. Das verlängert die Spielzeit, allerdings bei sichtbar abnehmender Bildqualität. Die getesteten DVD-Rekorder bieten zwischen vier und neun Qualitätsstufen.

Beispiel Panasonic: Wenn von den fünf Qualitätsstufen die höchste gewählt wird, passt auf eine DVD eine Stunde Programm und die Festplatte ist nach 55 Stunden voll. Auf dem niedrigsten Qualitätslevel gehen acht Stunden Programm auf die DVD und die Festplatte kann 442 Stunden lang bespielt werden. Ein guter Kompromiss zwischen Aufnahmedauer und Bildqualität dürfte die Stufe zwei sein, meinen die Tester. Sie ermöglicht zwei Stunden DVD-Spielzeit und 111 Stunden auf Festplatte.

Gute Nachricht für Besitzer großer VHS-Videosammlungen: Warentest hat auch ein DVD-VHS-Kombigerät getestet, den „Panasonic DMR-EX95V“ für stolze 890 Euro. Er erhielt die Gesamtnote „gut“ und hatte die insgesamt beste Qualität als DVD-Rekorder. Der VHS-Betrieb war „befriedigend“, eine bessere Bild- und Tonqualität sei bei VHS nun einmal nicht drin, sagen die Tester.

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