Verbraucher : 72 Euro für Fragen zu Vista

Service-Hotlines sind oft sehr teuer

Für 72 Euro kann man mit dem Billigflieger nach Mallorca jetten, zwei Monate im Fitnessstudio trainieren oder einmal bei Microsoft anrufen.

72 Euro bezahlen Kunden pauschal für einen Anruf bei Microsoft, wenn sie Probleme mit dem neuen Betriebssystem Windows Vista oder dem Softwarepaket Office 2007 haben. „Mit diesem Preismodell können wir unsere gute Servicequalität sicherstellen“, sagt Microsoft-Sprecher Frank Mihm-Gebauer. Auf der Website wirbt Microsoft damit, dass der Support in den ersten 90 Tagen nach Aktivierung des Systems kostenlos ist. Wer genauer hinschaut, erfährt jedoch, dass das nur für Kunden gilt, die das Betriebssystem nicht in Verbindung mit einem neuen Computer erworben haben. Ein Großteil der Kunden benutzt aber gerade diese Windows-Versionen, die auf den PCs bereits vorinstalliert sind.

Vollkommen kostenlos ist die Beratung in den ersten 90 Tagen aber auch für diejenigen Kunden nicht, die das Produkt einzeln erworben haben. Sie zahlen 14 Cent pro Minute für die Telefonverbindung. „Widerstand von den Kunden gegen unser Beratungsmodell gibt es bislang nicht“, sagt Mihm-Gebauer. Trotzdem hat das Unternehmen die Hotline-Kosten mittlerweile von 85 Euro auf 72 Euro gesenkt. „Wegen struktureller Umstellungen“, wie Mihm-Gebauer sagt. Er betont, dass Kunden für den Pauschaltarif so oft bei der Hotline anrufen könnten, bis das Problem gelöst sei. Außerdem seien die Wartezeiten bei Microsoft deutlich kürzer als bei den Konkurrenten. Andere Anbieter wie Acer oder HP berechnen 14 Cent pro Minute für ihre Kundenbetreuung. Damit sich der Schnelligkeitsvorteil von Microsoft finanziell also lohnen könnte, müssten Kunden 514 Stunden in der Acer- oder HP-Hotline feststecken.

Ähnlich tief müssen Apple-Kunden in die Tasche greifen. Für die ersten 90 Tage nach dem Kauf ist die Service-Hotline kostenlos. Danach kostet telefonische Hilfe für den iPod 35 Euro, für Notebooks 49 Euro.

Günstiger sind die Servicenummern der Mobilfunkanbieter. O2- und T-Mobile-Vertragskunden zahlen aus dem Festnetz 14 Cent pro Minute, Anrufe aus dem jeweiligen Mobilfunknetz sind gratis. Die Kundenbetreuung von Vodafone ist komplett kostenlos. E-Plus rechnet nicht pro Minute, sondern pro Anruf ab. Je nachdem, aus welchen Netz der Kunde anruft, kostet ein Telefonat bis zu 1,25 Euro.

„Wer ansonsten Servicefragen an ein Unternehmen hat, sollte auf die Vorwahl achten“, rät Helga Zander-Hayat von der Verbraucherzentrale NRW. Rufnummern, die mit 0800 beginnen, sind kostenlos. 0180-Nummern kosten aus dem Festnetz zwischen 3,9 und 20 Cent. Die Preisangabe muss mit der Nummer angegeben werden. 0900-Anrufe dürfen höchstens drei Euro pro Minute kosten. Die Kosten müssen hier vor dem Anruf angesagt werden. jpe

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