Abwrackprämie : 800.000 Antragsteller warten auf ihr Geld

Die Geduld von Autokäufern wird auf eine harte Probe gestellt, weil Bundestag und Bundesrat die notwendigen Mittel für die Abwrackprämie noch nicht freigegeben haben.

EschbornDas Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) rechnet jedoch damit, dass das Geld bis Mitte Juni zur Verfügung steht.

Insgesamt sind seit Januar bereits 1,4 Millionen Anträge auf 2500 Euro Abwrackprämie bei dem Bundesamt eingegangen und mehrere hundert Millionen Euro ausgezahlt worden. Der Bund hatte zunächst ein Budget in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt und einen großen Ansturm ausgelöst, mit dem niemand gerechnet hatte. Im zweiten Schritt stockte die Regierung den Fördertopf auf fünf Milliarden Euro auf und verlängerte die Frist, in der ein neues Auto gekauft werden muss, bis Ende des Jahres.

Die Flut der Neuanträge hat jedoch abgenommen. Derzeit erreichen täglich nur noch 6000 bis 7000 Anträge auf Abwrackprämie das Amt. Vor wenigen Wochen waren tägliche Eingänge von bis zu 25.000 Stück die Regel, nach Einführung des neuen Online-Reservierungsverfahrens Ende März waren an einem Tag sogar 360.000 Anträge eingegangen.

Manche Käufer könnten auch leer ausgehen. Das Bundesamt rechnet mit einer nicht unerheblichen Zahl von Fällen, in denen eine Prämie nicht ausgezahlt werden kann. So hatten zu Beginn der Vergabe rund vier Prozent der Antragsteller die geforderten Nachweise nicht vorlegen können. Zu Beginn des Internet-Reservierungsverfahrens habe es zudem tausende Doubletten gegeben. Eine genaue Zahl stehe aber noch nicht fest.

Den deutschen Herstellern kommt die Abwrackprämie zugute. In den ersten vier Monaten erreichte der deutsche Markt ein Plus von 18,4 Prozent auf 1,25 Millionen Fahrzeuge. Wegen der großen Nachfrage konnten viele große Hersteller die Kurzarbeit vorzeitig verkürzen oder sogar beenden.

Weniger Freude bereitet das Konjunkturinstrument den Wirtschaftsforschungsinstituten. In ihrem Frühjahrsgutachten bezeichneten sie die Prämie als "Beispiel für eine verfehlte Politik". Im kommenden Jahr rechnen die Experten mit einem drastischen Absinken der Nachfrage, was zu einer Verschärfung der Rezession führe. (sp/dpa/Reuters)


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