Verbraucher : Am Puls der Musik

Flora Wisdorff

DAS TESTURTEIL: 7 Punkte 0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

testet einen MP3-Player für Jogger Bis zu diesem Test habe ich mich von MP3-Playern ferngehalten. Ich habe lange gebraucht, bis ich überhaupt verstanden habe, was sich hinter diesem rätselhaften Namen verbirgt. Als sich mir dann endlich der Sinn des Geräts erschloss, war mir die ganze Sache zu kompliziert. Und ich beschloss, meine Zeit nicht mit dem Umwandeln und Herunterladen von Musik zu verschwenden. Aber mein Widerstand schwand immer mehr, wenn mir beim Joggen wieder jemand mit Kopfhörern und dem kleinen handlichen Gerät begegnete. Joggen mit Musik wollte ich schon immer mal ausprobieren, aber mein CD-Walkman ist dafür nicht schockresistent genug.

Ein MP3-Player speziell fürs Joggen schien mir also eine gute Motivation für den Zugang zu der Technik. Der wird MP3-Neulingen mit dem „Thomson Lyra“ leider nicht leicht gemacht. Dass ich die Musicmatch-CD-Rom erst einmal auf meinem Computer speichern muss, erschien mir noch logisch. Das Programm war dann auch klar genug, um zu verstehen, wie ich Musik meiner CDs in dem Programm als MP3-kompatibel abspeichere. Dann aber kam das große Rätsel: Wie transferiere ich die Musik vom Computer auf den MP3-Player? Immer, wenn ich auf das entsprechende Icon klickte, wollte mir das Programm eine Zusatz-Software verkaufen. Erst nach sehr langer Untersuchung der sehr dürftigen Bedienunganleitung – die eigentlich voraussetzt, dass man schon weiß, wie es geht – gelang die Aktion.

Das Gerät selbst sieht sehr sportlich aus. Rot-graue Gummibeschichtung, „Splashproof“ steht unter dem Display. Das ist bei Regenwetter bestimmt nützlich. Aber das Gummi macht das Gerät auch unhandlich. Der Steuerknopf reagiert nicht immer sofort, wenn man ein Lied überspringen oder auf eine andere Menüebene kommen will. Die „Sportfunktion“ ist eher Spielerei. Wer wirklich seinen Puls beim Laufen kontrollieren möchte, der wird dafür nicht jedes Mal anhalten – das muss man mit dem „Thomson Lyra“ aber. Auch der Kalorienzähler ist unpraktisch. Hat man das Programm laufen, kann man nicht gleichzeitig eine andere Ebene des Players nutzen – springt man etwa zum nächsten Lied, werden die Kalorien nicht mehr weitergezählt.

Das Musikhören hat jedenfalls gut funktioniert, auch dank der speziellen Kopfhörer mit Ohrenbügeln, die sehr fest sitzen. Und Joggen mit Musik macht definitiv mehr Spaß. Ich weiß nicht, ob es die Popmusik von Coralie Clément oder das gute Wetter war, aber am Wochenende bin ich so beschwingt gelaufen, dass mir gleich mehrere Menschen freundlich zunickten.

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