Verbraucher : an Klaus Martini Chief Investment Officer Privatkunden der Deutschen Bank

US-Wahl und die Börsen

an Klaus Martini

Wie stehen die Chancen auf eine Jahresendrallye an den Börsen nach der US-Präsidentschaftswahl?

Die herrschende Meinung an den Finanzmärkten über die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl ist: Eine zweite Amtszeit von George W. Bush wäre gut für Aktien, da er als unternehmensfreundlicher Steuersenker gilt. Auch psychologisch würde auf kurze Sicht ein Sieg der Republikaner die Aktienmärkte stützen – schon allein, weil ein Amtsinhaber für weniger Unsicherheit sorgt als ein Neuling. Und außerdem: Die beste Performance wird nach bisherigen Erfahrungen bei einem Sieg des Amtsinhabers erzielt. Vor allem, wenn er Republikaner ist.

Die US-Präsidentschaftswahl ist ohne Zweifel ein wichtiges Ereignis. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass es weitere Faktoren gibt, die die Aktienmärkte bestimmen. Nach unserem Hauptszenario für die USA ist Folgendes zu erwarten: Einige wichtige Faktoren wie Liquidität, Saisonalität sowie eine niedrige absolute und relative Bewertung führen einen Kursaufschwung herbei, der bis in das kommende Jahr hinein anhält. Auch die gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent gestiegenen US-Unternehmensgewinne und die bisher nur moderaten Kursgewinne der US-Aktien bieten Spielraum nach oben. Ferner sind die Monate November, Dezember und Januar in der Regel gut für Aktienmärkte. Das lässt sich aus der Börsengeschichte ablesen. So gesehen sind die USA bereit für eine Jahresendrallye. Und auch das Ende des US-Wahlkampfes dürfte durch sinkende Unsicherheit für gute Stimmung sorgen. Somit bleibt unser Basisszenario für 2005 – trotz einiger Belastungsfaktoren – positiv. Bushs politische Vorstellungen sind vor allem als positiv zu bewerten für Aktien der Sektoren Energie, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung sowie der Finanzbranche.

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