Verbraucher : an Klaus Martini Chief Investment Officer Privatkunden der Deutschen Bank

Die Luft wird dünner

an Klaus Martini

Die Berichtssaison läuft auf vollen Touren und die Zwischenergebnisse der Unternehmen sind passabel. Dennoch haben Analysten häufig mehr erwartet. Ist die Enttäuschung berechtigt – oder waren die Erwartungen zu anspruchsvoll?

Die Erwartungen der Analysten an die bis Ende Oktober laufende Unternehmensberichtssaison für das dritte Geschäftsquartal sind in den letzten Monaten gestiegen. So hoben die Analysten die Gewinnprognosen für europäische Aktiengesellschaften angesichts der starken Konjunktur in Asien und den USA sowie aufgrund der fortschreitenden Restrukturierungen der europäischen Unternehmen vielfach an.

Die ersten vorgelegten Unternehmensergebnisse erfüllen weitgehend die Schätzungen der Experten – sie können deshalb mit den berichteten Zahlen für den abgelaufenen Berichtszeitraum überwiegend zufrieden sein. Aber: Ein Eintreffen der Gewinnprognosen ist das eine, ein optimistischer Ausblick auf die Geschäfte kommender Quartale und eine Beibehaltung der Gewinnsteigerungsraten sind etwas anderes.

Und besonders für ein künftiges Wachstum der Unternehmensgewinne wird die Luft dünner. Die Aussichten für die Konjunktur trüben sich nicht nur durch höhere Leitzinserwartungen infolge gestiegener Inflation und hoher Energiepreise ein. Insofern waren die Erwartungen der Analysten an die Gewinne nicht zu anspruchsvoll. Da die Prognosen hinsichtlich des Tempos des weiteren Gewinnwachstums wahrscheinlich zurückhaltender sein werden, dürfte die Laune an den Aktienmärkten in den nächsten Wochen nicht zu euphorisch sein.

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