Verbraucher : an Klaus Martini Global Chief Investment Officer für Privatkunden der Deutschen Bank

Japan hat Nachholbedarf

an Klaus Martini

Japans Wirtschaft hat im vergangenen Jahr eine leichte Rezession erlebt. Doch Experten erwarten eine schnelle Erholung. Lohnt sich jetzt ein Einstieg am japanischen Aktienmarkt?

Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft scheint aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht zu sein: An der japanischen Börse gab es jüngst wieder Kurssteigerungen. Die Wirtschaftsindikatoren deuten daraufhin, dass es noch weiteres Kurspotenzial gibt, insbesondere dann, wenn die globalen Belastungsfaktoren – allen voran der starke US-Dollar und ein hoher Ölpreis – die Weltkonjunktur nicht ausbremsen.

Im Vergleich zu anderen wichtigen Aktienmärkten hat in Japan die Bewertung noch Nachholbedarf. Nachdem notleidende Kredite deutlich zurückgeführt wurden und die Deregulierung des Finanzsektors gut vorankommt, ergeben sich hier zudem Fusionsfantasien. Insgesamt mehren sich die Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung in Japan: Die Frühindikatoren weisen erstmals wieder auf verstärkte Wirtschaftsaktivitäten hin.

Vor allem vom privaten Sektor dürften wichtige Wachstumsimpulse ausgehen, so dass die Arbeitskräftenachfrage der japanischen Wirtschaft weiter anziehen sollte. Die sich daraus ergebenden Lohnsteigerungen dürften zu einer weiteren Ausweitung des privaten Konsums führen. Zudem sollten die Unternehmensinvestitionen durch die Nullzinspolitik der japanischen Notenbank zusätzlich an Fahrt gewinnen.

Die harten Restrukturierungen der letzten Jahre haben freie Mittel in größerem Umfang freigesetzt, dabei werden die Unternehmen von weiteren Effizienzsteigerungen profitieren. Den Großunternehmen kommt die Globalisierung des Absatzmarktes sowie der Produktion zu- gute. Außerdem sollten die engen Handelsverflechtungen mit den Wachstumsregionen Asiens zu einer nachhaltigen Erholung der japanischen Wirtschaft beitragen.

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