Verbraucher : an Klaus Martini, Leiter der globalen Anlagestrategie für Privatkunden der Deutschen Bank

Jetzt besonders auf Qualität achten

an Klaus Martini

Die Dax-Unternehmen haben im ersten Halbjahr 2006 mit steigenden Gewinnen geglänzt – ebenso die Mehrzahl der US-Unternehmen. Die Prognosen fielen hingegen verhalten aus. Was bedeutet dies für die Anlageentscheidungen bis Ende 2006: Bieten amerikanische oder deutsche Aktien die besseren Chancen?

Die Berichtssaison für das zweite Quartal des laufenden Jahres war für die im Deutschen Aktienindex gelisteten Unternehmen sehr erfolgreich. Sie konnten ihren Gewinn um fast ein Drittel steigern und auch die Margen deutlich verbessern. Dies gilt auch für den amerikanischen Aktienindex Standard & Poor’s 500, der im Durchschnitt im zweiten Quartal 2006 beim Wachstum der Unternehmensgewinne um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen konnte. Nichtsdestotrotz werden die Aktienmärkte in Europa und in den USA momentan von makroökonomischen Daten sowie den Entscheidungen der amerikanischen Notenbank geleitet.

Inflations- und Wachstumsängste, Anzeichen einer schwächeren Weltwirtschaft sowie der anhaltend hohe Ölpreis sind die Hauptursachen für die Seitwärtsbewegung des Dax. Auch die aktuellen geopolitischen Risiken im Libanon und im Iran tragen dazu bei, dass die Unternehmen in ihren Gewinnprognosen vorsichtiger werden. Vor diesem Hintergrund wird es für die globalen Aktienmärkte nicht leicht werden, an die Index-Höchststände vom Mai dieses Jahres anzuknüpfen. Der Dax stand am 9. Mai bei 6140 Punkten, der S & P 500 notierte am 5. Mai bei 1325 Zählern.

Daher empfiehlt es sich bei dem derzeit volatilen Kapitalmarkt, bei Anlageentscheidungen bis Ende dieses Jahres besonders auf die Qualität der Unternehmen zu achten. Genauso sollte nach unserer Einschätzung die Struktur des Portfolios defensiver ausgerichtet werden, das heißt, zyklische Sektoren sollten im Depot nicht mehr zu sehr übergewichtet und Gewinne teilweise abgesichert werden.

Zuversichtlich machen uns aber die relativ niedrige Bewertung deutscher Aktien gegenüber denen in den USA und die Tatsache, dass deutsche Unternehmen weiterhin noch Restrukturierungspotenzial haben.

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