Verbraucher : an Klaus Schneider Vorsitzender der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK)

Berater sind zu oft Verkäufer

an Klaus Schneider

Viele Anleger suchen Unterstützung in Vermögensfragen. An wen sollte man sich wenden – Banken, freie Vermögensverwalter, Finanzdienstleister?

Viele Privatanleger, die sich nicht permanent mit den Kapitalmärkten beschäftigen, stehen vor dem Problem der Informationsbeschaffung und Entscheidungsfindung. Banken, freie Vermögensverwalter und Finanzdienstleister bieten hier bereitwillig ihre Dienste an. Dass diese ihre Anlageberatung nicht uneigennützig durchführen, liegt auf der Hand.

Bei den Banken führte der zunehmende Erfolgsdruck dazu, dass im Bereich der Vermögensberatung rationalisiert wurde und aus Anlageberatern in vielen Fällen Verkäufer von Anlageprodukten wurden. Für eine individuelle und unabhängige Beratung des Anlegers fehlen deshalb oft Zeit und Know-how. Finanzdienstleister vertreiben die unterschiedlichsten Produkte. Dass sie sich nur mit einer kleinen Palette davon beschäftigen und diese qualifiziert anbieten können, leuchtet ein. Freie Vermögensverwalter kommen aufgrund des Mindestanlagebetrags – häufig eine halbe Million Euro und mehr – nur für wenige Anleger in Frage. Und selbst bei diesen Beträgen erfolgt die Verwaltung häufig nur standardisiert über Fonds.

Ein Hinderungsgrund für eine neutrale Beratung liegt jedoch auch bei den Anlegern selbst: Solange diese für die Beratung kein transaktionsunabhängiges Honorar auf der Grundlage des benötigten Zeitaufwands akzeptieren, sind ihre Berater auf Provisionseinnahmen angewiesen – mit allen Folgen für die Unabhängigkeit.

Trotzdem kommen wenige Anleger ohne Ratgeber aus. Wichtig ist deshalb, dass man nicht völlig uninformiert in die Beratungsgespräche geht. Wenn ein Vorschlag dann nicht überzeugt – sollte man davon auch Abstand nehmen.

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