Verbraucher : an Malte Diesselhorst Landesgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

Verjährungsfristen laufen aus

an Malte Diesselhorst

Zahlreiche Schadenersatzansprüche verjähren am 31. Dezember 2004. Was müssen Anleger tun, um die Verjährung zu verhindern?

Den Jahreswechsel sollten Anleger immer im Auge behalten. Aber während es in anderen Jahren eher steuerliche Änderungen waren, die Handlungsdruck schufen, hat es mit dem 31. Dezember 2004 eine besondere Bewandtnis: Mit Ablauf dieses Tages rollt eine nie da gewesene Verjährungswelle über Deutschland.

Ursache ist eine drastische Änderung des Verjährungsrechts zum 1.Januar 2002. Die Regelverjährungsfrist, vorher mit 30 Jahren großzügig bemessen, wurde auf drei Jahre verkürzt. Und eine Übergangsregelung sieht vor, dass Ansprüche, die vor Inkrafttreten der Neuregelung bereits bestanden und für die damit nach altem Recht die lange Verjährungsfrist galt, nun spätestens mit Ablauf von drei Jahren verjähren – gerechnet ab dem 1. Januar 2002.

Wer muss jetzt handeln? Betroffen sind zum Beispiel Ansprüche aus fehlerhafter Anlageberatung oder Vermögensverwaltung, Schadenersatzansprüche im Zusammenhang mit Immobilienfonds, Prospekthaftungsansprüche und Ansprüche gegen Organe einer Aktiengesellschaft. Gefahr besteht vor allem bei Ansprüchen, die vor dem 1. Januar 2002 begründet wurden. Wer also im Zusammenhang mit Anlageentscheidungen aus dieser Zeit glaubt, einen Anspruch zu haben, sollte sich noch in diesem Jahr durch einen Rechtsanwalt beraten lassen. Besteht ein Anspruch tatsächlich, kann die Verjährung durch eine Klage oder ein gerichtliches Mahnverfahren verhindert werden. Auch hier ist Vorsicht geboten: die einfache Geltendmachung des Anspruches, etwa durch ein Mahnschreiben, verhindert den Verjährungseintritt nicht.

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