Verbraucher : An Malte Diesselhorst Landesgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

Enttäuschung für T-Aktionäre

An Malte Diesselhorst

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen die Telekom gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Gibt es noch eine Möglichkeit für Aktionäre, gegen die Telekom wegen der mutmaßlichen Falschbewertung ihrer Immobilien zu klagen?

Enttäuscht reagieren viele Telekom-Aktionäre auf eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft Bonn, nach der die seit mehreren Jahren laufenden Ermittlungsverfahren wegen der Falschbewertung von Immobilien der Deutschen Telekom, unter anderem in den Börsenprospekten 1999 und 2000, gegen Zahlung von Geldbeträgen durch die Beschuldigten eingestellt werden. Die betroffenen Aktionäre klagen beim Landgericht Frankfurt am Main auf Schadenersatz. Mit Strafurteilen aus Bonn, die die Argumentation der Kläger hätten unterstützen können, kann nun nicht mehr gerechnet werden. Interessant ist sicher, dass die Staatsanwaltschaft in der Begründung der Einstellung von einem hinreichenden Tatverdacht der Falschbilanzierung und des Kapitalanlagebetrugs ausgeht. Dieser Hinweis hat aber keinen direkten Einfluss auf die zivilrechtlichen Klagen vor dem Landgericht. Auch für T-Aktionäre, die bisher nicht geklagt haben, dürfte sich die Situation nicht verbessert haben. Prospekthaftungsansprüche sind in den meisten Fällen verjährt. Und aus der knappen Begründung der Einstellungsentscheidung einen neuen, noch nicht verjährten Anspruch wegen der Verletzung eines strafrechtlichen Schutzgesetzes abzuleiten, erscheint schwierig.

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