Verbraucher : an Malte Diesselhorst Landesgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

Keine Eile beim Aktientausch

an Malte Diesselhorst

Die Münchener Rück will ihre Hypo-Vereinsbank-Aktien in Papiere der italienischen Unicredito tauschen. Sollten auch Kleinanleger das Angebot der Italiener, die die HVB übernehmen wollen, annehmen? Und worauf sollte man beim Aktientausch generell achten?

Nach der Annahme des Übernahmeangebots durch die Münchener Rück hat etwa ein Drittel aller Aktionäre der Hypo-Vereinsbank das Angebot der Unicredito auf Umtausch der HVB-Aktien angenommen. Dass viele Aktionäre weiter abwarten, dürfte einerseits damit zusammenhängen, dass der Tausch zurzeit nicht attraktiver ist als der Verkauf der HVB-Aktien über die Börse. Ein Verkauf über die Börse bringt aber den Vorteil, dass der Verkaufserlös auch anderweitig angelegt werden kann und der Anleger nicht auf die Aktien der Unicredito festgelegt ist.

Viele Anleger dürfen allerdings auch darauf spekulieren, dass das Angebot, das derzeit bis zum 10. Oktober 2005 befristet ist, verlängert und möglicherweise auch nachgebessert wird. Eine Nachbesserung würde allen umtauschwilligen Aktionären zugute kommen, also auch denjenigen, die bereits die Bereitschaft zum Umtausch erklärt haben.

Hinter der zögerlichen Annahme des Umtauschangebots könnte auch die Hoffnung stehen, dass sich vielleicht noch ein anderer Interessent für die HVB findet. Das könnte zu einer positiven Kursentwicklung führen. Wer die Aktien der HVB weiter hält, könnte schließlich darauf hoffen, im Rahmen späterer Strukturmaßnahmen, etwa dem Abschluss eines Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrages oder einer Fusion der Banken eine höhere Abfindung für seine Aktien zu erhalten. Konkrete Hinweise auf solche Maßnahmen gibt es bisher allerdings nicht.

Beachtet werden sollte bei der Entscheidung über einen Umtausch auch die Spekulationsfrist. Der Umtausch der Aktien steht steuerlich dem Verkauf der Aktien gleich. Wer innerhalb der Spekulationsfrist tauscht, muss daher eventuelle Kursgewinne versteuern. Anleger, die die Kurssteigerungen der HVB-Aktie in den letzten Monaten mitgemacht haben, sich aber noch innerhalb der Spekulationsfrist bewegen, könnten sich also auch unter diesem Gesichtspunkt entscheiden, derzeit die Aktien nicht zu tauschen.

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